Gramatyka opisowa

 

 

Linki:

http://hypermedia.ids-mannheim.de/index.html

http://hypermedia.ids-mannheim.de/pls/public/sysgram.ansicht?v_typ=d&v_id=244

http://www.fphil.uniba.sk/~bystricky/Morphologie-Seminar.htm

http://www.dlc.fi/~michi1/uebungen/gra.htm

 

 

Verb

Substantiv

Adjektiv

Adverb

Pronomen

Präposition

Numerale

Konjunktion

Partikel

Negationswörter

Modalwörter

Satzäquivalente

Konjunktiv

Satzarten

Satzglieder

Wortbildung

 

DAS VERB

·         Tätigkeitswort, Zeitwort

·         Das Verb meint einen Vorgang oder einen Zustand und legt einen Zeitpunkt fest. (bezeichnet den Zeitpunkt des Geschehens)

·         Es ist das einzige Wortklasse, deren Elemente konjugiert werden können, d.h. in Person, Numerus, Tempus, Genus, Modus verändert werden können.

Klassifizierung der Verben nach semantischen Kriterien (Verbgruppen)

1.     Zustandsverben – drücken einen Zustand, ein Bestehen, ein Sein, ein Beharren, eine (Ruhe)lage aus. Bezeichnet, was als Bleibendes, nicht Veränderndes. Das Subjektiv ist statisch aber dabei tätig oder der Zustand bleibt gleich.
z.B. sein, leben, sich befinden, stehen, wohnen, bleiben, liegen

Das „sein“ ist zu einem bestimmten Zeitpunkt mit einem Subjekt verbunden

2.     Vorgangsverben – bezeichnen einen Vorgang, eine Veränderung, einen Prozess, den das Subjekt an sich erfährt und der das Subjekt in seinem Zustand verändert. Das Subjekt ist aktiv, aber nicht tätig.
z.B. einschlafen, erkranken, fallen, sterben, verblühen

3.     Tätigkeitsverben – drücken aus, dass ein tätiges Subjekt in aktiver Weise etwas tut, eine Handlung ausführt. Das Subjekt ist aktiv und tätig.
z.B. arbeiten, essen, helfen, gehen, kämpfen, lesen, öffnen, singen, spielen, töten

Die Valenz des Verbs (Wertigkeit)

            Die Valenz sagt uns, welche Anzahl von Ergänzungen das Verb ordert. (0-4, nullwertig, einwertig…)

·         Es donnert. – nullwertig. „Es“ – ein grammatikalisch formales Objekt hat keine semantische Bedeutung. Wir können nicht fragen: Was donnert?

·         Ich arbeite – einwertig. Ich – Subjekt (andere: sitzen, stehen, schlafen, tanzen, laufen)

·         Ich höre Musik. Ich brauche einen Kuli. – zweiwertig (andere: nehmen, sehen, helfen)

·         Ich verbringe den Urlaub am Meer. Ich gebe einer Person das Geld. – dreiwertig (andere: leihen)

·         Er macht mir die Aufgabe klar. – vierwertig.


Klassifizierung der Verben nach syntaktischen Kriterien

1.     Nach dem Verhältnis der Verben zum Objekt

·         Transitive Verben (zielende Verben) stehen mit einem akkusativen Objekt. Sätze mit transitiven Verben können in einem passivischen Satz transformieren.
z.B. Ich male das Bild. = Das Bild wird von mit gemalt (andere: besuchen, senden)

·         Intransitive Verben (nicht zielende) haben kein akkusatives Objekt, aber Objekten können in anderen Fällen auftreten:

·         Dativobjekt: z.B. Ich glaube dir. Ich begegne meiner Schwester.

·         Genitivobjekt: z.B. Wir gedenken der Toten.

·         Präpositionalobjekt: z.B. Ich gehe durch den Wald. Ich denke an meine Freundin.

Die Passivtransformation ist nicht immer möglich und wenn möglich ist, haben wir mit dem unpersönlichen Passiv zu tun. z.B. Ich helfe meiner Schwester. = Es wird meiner Schwester geholfen.

·         Absolute Verben – brauchen keine Objekte.
z.B.  Ich arbeite. Das Baby schläft.

·         Relative Verben – brauchen mindestens ein Objekt, außer dem Subjekt.

2.     Nach dem Verhältnis des Verbs zum Subjekt und Objekt

·         echte reflexive Verben – die mit Reflexivpronomen unlösbare Einheit bilden. Sie können ohne Reflexivpronomen nicht gebraucht werden: sich befinden, sich erholen, sich beeilen

·         unechte reflexive Verben – die können ohne Reflexivpronomen auch gebraucht werden. Die bilden kein Passiv.
z.B. treffen – sich treffen, setzen – sich setzen. Ich wasche mich – Ich wasche mein Kind.

·         reziproke Verben – die drücken eine wechselseitige Beziehung zwischen mehreren Subjekten und Objekten aus.
z.B. sich unterhalten, sich lieben (=ich liebe dich und du liebst mich), sich begegnen

3.     Nach dem Verhältnis des Verbs zum Subjekt und Objekt

·         persönliche Verben – bei denen alle drei Personen (Sprechende, Angesprochene, Besprochene) als Subjekt treten.

z.B. ich schwimme, du schwimmst

·         unpersönliche Verben – mit dem unpersönliches ‚es’ als Subjekt verbunden (kein grammatischer Subjekt). ‚Es’ bezeichnet die Witterungserscheinungen, Änderungen in Tages-, Jahreszeit.

·         z.B. Es hat keinen Zweck, länger zu warten. – Länger zu warten hat keinen Zweck.

4.     Nach dem Verhältnis der Verben im Prädikat

·         Vollverben – bilden allein Prädikat des Satzes

z.B. Ich arbeite heute

·         Hilfsverben – (haben, sein, werden) die zusammen mit dem Infinitiv und dem Partizip II vorkommen und Modalverben

·        Hilfsverben der Zeit - haben die Aufgabe ein Verb, mit dem sie in Verbindung trete, in Zeitform oder bei Passiv, Aktiv zu bestimmen. Dabei verlieren sie ihre eigene Bedeutung

o   haben

-    Vollverb = besitzen

-    Hilfsverb der Zeit zur Bildung des Perfekts, Plusquamperfekts bei transitiven, reflexiven und welchen intransitiven Verben.
z.B. Ich habe auf dir gewartet

-    haben + zu + Infinitiv = müssen

o   sein

-    Vollverb mit Substantiv oder Adjektiv

-    Hilfsverb der Zeit bei intransitiven Verben und zur Bildung der Zustandspassiv

-    sein + zu + Infinitiv = passive Bedeutung
z.B. Die Arbeit ist in 3 Tagen zu schaffen. Das Zimmer ist abzuschließen. = Das muss abgeschlossen werden.

o   werden

-    Vollverb mit Substantiv oder Adjektiv
z.B. Er wird krank.

-    Hilfsverb der Zeit zur Bildung des Futurs und alle Formen des Vorgangspassiv

-    in der Modalverwendung (eine Vermutung, Forderung)
z.B. Er wird in der Werkstatt sein. (Vermutung) Wirst du jetzt sofort aufhören. (Forderung)

·       Modalverben – sie haben die Aufgabe, die Art des Geschehens zu modifizieren. Sie können Wünsch, Erlaubnis, Notwendigkeit, Möglichkeit ausdrücken.
- Sie können in Verbindung mit dem Infinitiv stehen.
z.B. Du darfst ins Kino gehen.
- In Verbindung mit einer Richtungsangabe
z.B. Ich muss nach Hause.
- Als transitive Verben.
z.B. Ich mag solche Sachen nicht.

Aktionsarten des Verbs

            die Verlaufsweise und Abstufung des Geschehens, das vom Verb bezeichnet ist

Anteilung nach dem zeitlichen Verhältnis:

1. durative Verben (imperfektive) – sie bezeichnen den Ablauf oder Verlauf des Geschehens ohne zeitliche Begrenzung, kein Anfang und kein Ende
z.B. stehen, fahren, sitzen, arbeiten, essen, laufen, blühen

2. perfektive Verben – bezeichnen ein Geschehen innerhalb Zeitbegrenzung. Die Handlung ist punktuell begrenzt oder drücken den Übergang von einem Geschehen zu einem anderen Geschehen aus.

- ingressive (inchoative) der Anfang des Geschehens ist akzentuiert.
z.B. anfangen, losfahren, einschlafen

- resultative (egressive) der Abschluss des Geschehens ist akzentuiert.
z.B. verblühen, sterben, finden, abschließen

- mutative – bezeichnen einen Übergang von einem Zustand in einem anderen

z.B. erkranken, grünen, reifen, fallen

- kausative (faktitive) Veranlassen oder ein Bewirken des Übergangs von einem Zustand in einem anderen bezeichnen (mit Hilfe von 3. Person)

z.B. fällen, sprengen, senken, öffnen

Anteilung nach dem Modal – ein Verb gegenüber einem anderen Verb durch seiner Bedeutung ausdrücken.

- iterative – die Wiederholung des Geschehens ausdrücken
z.B. bitten – beten, klingen – klingeln, tropfen - tröpfeln
            -
intensive – die Verstärkung des Geschehens ausdrücken -igen
z.B. enden – endigen, künden – kündigen
            -
diminutive - Abschwächung des Geschehens ausdrücken
z.B. lachen – lächeln, tanzen - tänzeln


Konjugation des Verbs

            Das Verb bildet das Prädikat des Satzes, das im Person und Numerus mit dem Subjekt übereinstimmen – Kongruenz

            Die Kongruenz – die Übereinstimmung von Prädikat und Subjekt im Satz.

            Das Prädikat ordnet das Geschehen in der Zeitlichkeit ein.

            Oft sind die grammatischen Formen des Prädikats gleich lautend. Der Kontext hilft uns beim Verständnis.

 

2 Formen des Grundverbs

·         Infinite – sind nicht personengebunden und nicht konjugiert. Sie können nicht allein das Prädikat des Satzes bilden.
Sie müssen mit dem Hilfsverb zusammensetzen.
Man unterscheidet
2 Arten der infiniten Verbformen:
- das Infinitiv binden
- Partizip I bindend (Partizipien können auch als Adjektiven, Substantive vorkommen)
- mit Partizip II gebunden

·         Finite – sind personengebunden und konjugiert (personale Formen, konjugierte Formen)
Sie sind das Satzgründende Element. (nach Person, Zahl)
Die finiten Verbformen drücken 5 Kategorien aus:
- 3 Personen (I – die Sprechende Person, II – Angesprochene, III - Besprochene)
- 2 Numeri (Singular und Plural)
- 6 Tempora (Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I, Futur II)
- 3 Genera (Aktiv, Vorgangspassiv, Zustandspassiv)
- 3 Modi (Indikativ, Konjunktiv, Imperativ)

 

Zusammengesetzte Verbformen

Sie drücken die Handlungsverhältnisse der Zeit und die Handlungsrichtung aus, die durch die einfache Form Präsens, Präteritum nicht erfasst werden können:

Plusquamperfekt, Perfekt, Vorgangs- und Zustandspassiv, Futur I und II

Tempus

1. Einfache Zeitformen:

·         das Präsens

-       vergegenwärtigt das Geschehen und sieht von einem Zeitbezug ab. (nach Vorne oder Rückwärts)

-       bezeichnet ein gegenwärtiges Geschehen, auch wenn der Anfang in der Vergangenheit liegt und das Ende in der Zukunft
z.B. Dort kommt die Straßenbahn.

-       bezeichnet ein zeitlos allgemein gültiges Geschehen
z.B. Er studiert fleißig.

-       bezeichnet ein zukünftiges Geschehen, besonders wenn das Eintreten des Geschehens mit ziemlichen Sicherheit zu erwarten ist.
z.B. Morgen verreise ich. Wir treffen uns am Bahnhof.

-       bezeichnet ein vergangenes Geschehen, besonders wenn wir mit dem lebhaften Bericht zu tun haben. Als Stilmittel hilft uns die Gefühle besser auszudrücken – historisches Praesens.
z.B. 1914 beginnt der Erste Weltkrieg.

-       in Verbindung mit Wörtern wohl, sicher, doch drückt das Präsens eine Vermutung aus.
z.B. Er arbeitet wohl.

·         das Präteritum

-       bezeichnet Vergangenheit und hebt sie von der Gegenwart ab. Die Geschehnisse im Präsens und Präteritum werden nicht zueinander in Bezug gesetzt.

-       Präteritum – Zeit von der Erinnerung oder Erzählung. Präteritum wird in der gesprochenen Sprache von Perfekt verdrängt.

2. Zusammengesetzte Zeitformen:

Sie werden mit den Hilfsverben: haben, sein, werden gebildet
            - mit haben werden gebildet – transitive, reflexive und einige intransitive
            - mit sein – intransitive Verben; mit sein die Bildungen mit Präfixen: ge-, zer-;
intransitive Bildungen mit den Präfixen: vorfahren; die Verben der Fortbewegung: gehen, laufen

·         Perfekt

-       ist in sich abgeschlossen. Der Ablauf des Geschehens wird nicht in Zusammenhang mit dem Ablauf des anderen Geschehens isoliert, den dargestellten Vorgang und hat den feststellende Charakter

Hauptverwendung:

-       als Vorgegenwart – der Vorgang hat die Wirkungen und Folgen auf die Gegenwart

-       als vollendete Gegenwart – keine Nachwirkungen auf sie Gegenwart oder die Nachwirkungen werden nicht im Betrag bezogen.

-       als Zeitform des Urteils im Bezug auf aufgeschlossene Vorgänge, deren Vollendung in der Gegenwart liegt. In Form sachlicher Feststellung gebracht.
z.B. Er gerade weggegangen.

-       Zukunft auszudrücken (vollendete).
z.B. Ich schreibe dir sobald, ich mehr erfahren habe.

·         Plusquamperfekt - Vorvergangenheit

-       tritt in Verbindung mit den anderen Tempora der Vergangenheit auf
Plusquamperfekt – Präteritum, Perfekt – Präsens

-       bezeichnet ein Geschehen der Vergangenheit ohne Rücksicht auf

-       kann im Nebensatz, Hauptsatz auftreten

-       braucht nicht immer ein Abhängigkeitsverhältnis, kann isoliert sein
z. B Sie hatte ihre arbeit beendet.

-       bezeichnet die Zeitstufe der Vorvergangenheit

·         Futur I

-       dient zur Bezeichnung der Zukunft

-       verwendet man: morgen, im nächsten Jahr, später

-       bezeichnet die Vermutung des Geschehens in der Gegenwart
z. B. Das wird wohl stimmen. (Die Modalverben schon, sicher, wohl, doch sind sehr wichtig)

-       bezeichnet einen nachdrücklichen Befehl (Aufforderung) (scharf gesagt)
z. B. Du wirst jetzt sofort hier kommen. Werdet ihr nun endlich aufhören?

·         Futur II

-       dient zur Bezeichnung eines Geschehens, das in der Zukunft schon endet wird
z. B. Bis morgen werden wir das erfahren haben.

-       dient zum Ausdruck einer Vermutung.
z. B. Er wird die Stadt besichtigt haben. Das wird schon gestimmt haben.

-       dient zum Ausdruck einer abwertende Frage
z. B. Wo werden sie gestern gewesen sein?

-       schon, wohl – übernehmen die Rolle der Modalverben

 

Genus des Verbs

·         Aktiv – das Subjekt aktiv ist

-       Ein tätiges Subjekt bezeichnet man als Agens.
z. B. Der Schneider fertigt einen Anzug an. Ein Fachmann repariert eine Maschine.

-       weniger häufiger Sätze in aktiv das sind Sätze, in denn das Ziel der Tätigkeit nicht angegeben ist.
z. B. Der Hund bellt. Die Lampe leuchtet.

·         Passiv

-       Passiv transitiver Verben
Das Geschehen und das Betroffene stehen im Mittelpunkt und Akkusativobjekt wird zum Subjekt. Ein präpositionales Objekt ist nicht obligatorisch. Er wird mit von eingeführt. Die meisten transitiven Verben können ein persönliches Passiv bilden.

-       Passiv intransitiver Verben
tritt beim Wechsel zwischen aktiv und passiv keine Veränderung bei Objekt ein. Es behält denselben Kasus. Hier kann ein unpersönliches Perfekte mit es am Anfang sein.

Was ist eine Passivtransformation unmöglich?

-       bei Zustands- Vorgangsverben und unpersönlichen Verben z.B. reifen

-       bei den Verben der „haben“-Relation z.B. besitzen, haben, kosten, enthalten

-       bei Verben, die schon eine passive Bedeutung haben: bekommen, kriegen, erfahren

-       wenn das Subjekt ein Teil der Subjekts ist oder umgekehrt.

-       reflexive Verben kein Passiv, weil bei ihnen Objekt und Subjekt identisch sind

-       wenn das Subjekt im zugeschriebene Behandlung nicht ausführen kann z.B. Der Verlust schmerzt mich.

Zustandspassiv – bezeichnet ein Ergebnis oder den Zustand, der auf diese Weise erreicht wurde.

      z.B. Die Ausstellung ist hier eröffnet. (Vollendungs- oder Vollzugsform)

Vorgangspassiv – bezeichnet ein Geschehen, das siech an dem davon Betroffenen vollzieht oder an ihm vollgezogen wird.

      z.B. Die neue Schwimmhalle wird heute eröffnet. (Verlaufsform)

Ersatzformen des Passivs (Konkurrenzformen des Passivs):

Sie haben die Bedeutung des Passivs, aber sehen nicht genauso aus.

-       Streckformen (Funktionsverbgefüge)
z.B. Der Bericht kommt zur Vorlesung. = Der Bericht wird vorgelesen.
       Das Stück kommt zur Aufführung. = Das Stück wird aufgeführt.

-       Verbindung mit bleiben, geben, gehen, sein + zu + Infinitiv
z.B. Es bleibt zu fragen. = Es muss noch gefragt werden.
       Es ist viel zu tun. = Es muss viel getan werden
.

-       Verben wie erhalten, bekommen + Partizip II
z.B. Er bekommt sein Geld nicht ausgezahlt. = Ihm wird sein Geld nicht ausgezahlt.

-       Verwendung des Reflexivs
z.B. Der Schlüssel wird gefunden. = Der Schlüssel findet sich.

-       Aktivische Sätze mit man als Subjekt
z.B. Man erwartet Freunde. = Freunde werden erwartet.

Absolute und Relative Zeitbedeutung

            absolute = allein stehend, unabhängig, relativ = bezüglich

·         Absolute – Ein absoluter Gebrauch der Tempora – in den selbstständigen einfachen Sätzen (wenn die Wahl des Tempus nur von der objektiven Zeit, vom Sprechakt und der Perspektive des Sprechers, nicht aber vom Kontext und von einem anderen zeitlichen Geschehen abhängig ist.)
z.B. Wir arbeiten im Garten.

·         Relative + Ein relativer Gebrauch der Tempora – in den Nebensätzen. Regeln:
- Zum Gebrauch Gleichzeitigkeit zwei Geschehen steht das gleiche Tempus in beiden Sätzen.
z.B. Während Otto Briefe schrieb, malte Paul Bilder.
- Zum Ausdruck der Vorzeitigkeit steht das Perfekt neben dem Präsens und Futur I und Plusquamperfekt neben dem Präteritum.
z.B. Wenn er gesagt hat, tut er es auch/wird er es auch tun. Nachdem wir die Arbeit beendet haben, fahren wir nach Hause.
-
Zu Ausdruck der Nachzeitigkeit, können gleiche oder unterschiedliche Tempora werden.
z.B. Wir erreichen das Ziel/hatten das Ziel erreicht, ehe die Sonne unterging. Sie bringt das Kind in den Kindergarten, bevor sie zur Arbeit geht.

Modus (die Aussageweise)

Der Modus drückt die Einstellung zur Realität aus. Der Sprecher äußert diese Einstellung nach verschiedenen Aspekten ein umfangreiches modales System zu dem gehören:

·         Modi des Verbs

·         Modalwörter/Modalitätsadverbien: sicher, leider, kaum, gewiss, vielleicht

·         Modale Hilfsverben: sollen, müssen

·         Modalgebrauchte Vollverben: lassen, brauchen, pflegen

Modi dienen zur Bezeichnung: der Zeit, Verhaltensrichtung, der persönlichen Meinung des Sprechers auch zur Aufforderung und zum Ausdruck bestimmter Urteile oder zum Ausdruck von Tatsachen

Modalverben bezeichnen das Geschehen in seiner Bedingtheit durch den Willen des Subjekts.

 

Indikativ (die Wirklichkeitsform, eine neutrale Aussageform)

drückt das aus, was vom Sprecher als wirklich angenommen wird (eine reine Information).

Wenn wir von eine erwartete Tatsache sprechen, wenn etwas unter einer bestimmten Bedingung, Absicht- bestimmt, sicher. Er hat objektiven Charakter.

Die Aussagen sind neutral, allgemein.

Konjunktiv (die Möglichkeitsform)

drückt eine Stellungsnahme zum Geltungsgrad der Aussage aus. Er hat subjektiven Charakter

-    Konjunktiv I – indirekte Rede
z.B. Er hat gesagt, dass er keine Zeit habe.

-    Konjunktiv II – Vermutung, Wunsch, Bedingung
z.B. Wäre ich doch bei dir!

-    Konditional I – Erwartungsstufe
z.B. Ich würde einen Brief schreiben.

 

Imperativ

drückt Befehl, Warnung, Verbot, Drohung aus.

Imperativform verwendet sich an 2. Person Singular (du), an die 1. Person Plural (wir), 2. Person Plural (ihr), Höflichkeitsform (Sie)

Ist an aktuelle Situation verbunden und steht außerhalb des Tempus. Sie Zeit spielt keine Rolle.

Imperativ dient zum Ausdruck von differenten Arten von Forderungen – Bitte, Wunsch, Befehl

Eine wichtige Rolle spielt die Intonation.

      Wie man bildet:

-    2. Person Singular – vom Stamm des Verbs – manchmal fakultativ/obligatorisch +e, ohne Umlaut
z.B. Warte!

-    1. Person Plural
z.B. Fahren wir!

-    2. Person Plural
z.B. Fahrt!

-    Höflichkeitsform
z.B. Fahren Sie!

 

Ersatz des Imperativs:

-    Infinitiv als allgemeine Anweisung
z.B. Fenster schließen!

-    Partizip II als Forderung
z.B. aufgepasst, zugemacht

-    Indikativ Präsens
z.B. Sie verlassen jetzt sofort das Büro.

-    Indikativ des Futur I
z.B. Du wirst jetzt sofort nach Hause gehen.

-    3. Person Singular Konjunktiv I (besonders bei Rezepten)
z.B. Man nehme… Man koche…

-    haben + zu + Infinitiv
z.B. Du hast zugehorchen,

-    sein + Infinitiv
z.B. Die Tür ist zu schließen.

-    Modalverben
z.B. Wir wollen anfangen.

-    Substantive
z.B. Ruhe! Vorsicht! Achtung!

-    Adjektive
z.B. Langsam! Still!

-    Adverbien
z.B. Herein! Zurück!

 

Infinitive Formen des Verbs

Infinitiv – nennt nur den Vorgang ohne Bezug auf Person, Zahl, Modus

Das Deutsche kennt 6 Infinitive: 1 einfache, 5 mit Hilfsverben

1.     Infinitiv Präsens aktiv (einfach): -en, -eln, -ern.
z.B. Sie kann singen.

2.     Infinitiv Perfekt aktiv: haben/sein + Partizip II
z.B. Sie haben gesungen.

3.     Infinitiv Präsens passiv
- Vorgangspassiv: werden + Partizip II
z.B. Es wird gesungen.
-
Zustandspassiv: sein + Partizip II
z.B. Es ist geschlossen

4.     Infinitiv Perfekt passiv
- Vorgangspassiv: sein + Partizip II + worden
z.B. Es ist gebaut worden
- Zustandspassiv: sein + Partizip II + gewesen
z.B. Es ist gebaut gewesen.

5.     Satzwertiger Infinitiv mit zu (Verbalpräposition)
z.B. Sie hoffen zu überleben, ohne sich anzustrengen.

6.     Infinitive ohne zu
- nach Modalverben
- nach: werden, lernen, lehren, lassen, bleiben, fühlen, spüren
- nach Verben der Bewegung: gehen, fahren


Partizipien


Partizip I (Präsens)

·          wird durch Anhängen von –d an den Infinitiv gebildet (aktivische Bedeutung)
z.B. arbeitend

·          Partizip I +zu  (passivische Bedeutung) Diese Konstruktion können wir mit Hilfe eines Adjektivs mit der Endung -bar
z.B. eine zu erfüllende Bedingung= eine erfüllbare Bedingung; Diese Wohnung ist sofort zu beziehen. =beziehbar

Partizip II (Perfekt) (ge) + Partizipialstamm + (e)n/(e)t

·          Viele Verben bilden zwei Partizipformen. Das hängt von der Bedeutung ab.
z.B.  überfahren: übergefahren oder überfahren

·          bei dem Verb werden fehlt bei Passiv das Präfix –ge: worden

·          Isolierte Partizipien sehen wie Partizipien aus, aber haben keine Infinitivform
z.B. anwesend, getrost

·          Partizipien können von Substantiven gebildet werden
z.B. Sitte: gesittet

·          Zusammengesetzte Bildung mit dem Substantiv
z.B. grundlegend; ausschlaggebend

Gebrauch von Partizipien

1.       Attributive Gebrauch:

·          Partizip I- aktivische Bedeutung; nur gesprochen; gültig nur für den Moment, wenn wir sprechen; ist auch für das Substantiv gültig, auf das es bezogen ist.
z.B. die parkende Wagen
- bei den reflexiven Verben bleibt das Reflexivpronomen sich
z.B. die sich verändernden Bedingungen
- tritt auch im übertragenen Sinne auf
z.B. eine quellende Vorstellung; eine sitzende Lebensweise

·          Partizip II kann attributiv verwendet:
- Partizip II der transitiven Verben (passivische Bedeutung). Das Geschehen ist abgeschlossen oder hat  in der Vergangenheit begonnen und dauert an.
z.B. Der geehrte Professor
- Partizip II der intransitiven Verben, die einen Vorgang (perfektive Verben) oder Zustand bezeichnen
z.B. sinken: das gesunkene Schiff; ankommen: der angekommene Zug
- Partizip II der intransitiven Verben mit durativem Charakter. Sie erfordern eine adverbiale oder präpositionale Ergänzung, damit sie perfektiviert werden
z.B. fahren: der gefahrene Zug (keine Bedeutung), der über die Brücke gefahrene Zug (präpositionale Ergänzung); bleiben: die (wo?) zu Hause gebliebenen Freunden
- Partizip II der reflexiven Verben, wenn es einen Zustand bezeichnet
z.B. sich anmelden: die angemeldeten Freunden
- Alle Wörter, die eigentlich Partizipien sind, aber als Attributen aussehen
z.B. Ein geeignetes Mittel

·          Partizip II kann nicht attributiv verwendet:
- Partizip II der intransitiven Verben, die Perfekt mit haben bilden
z.B. helfen: der geholfene Mann
- Partizip II der intransitiven Verben mit durativem Charakter und Perfekt mit sein bilden (gehen, laufen, kommen). Wenn wir Ort oder Zeit bezeichnen, ist der Gebrauch möglich.
z.B. die gestern gekommene Gäste
- Die reflexive Verben, die einen Vorgang bezeichnen
z.B. sich einfinden: die sich eingefundenen Gäste

2.       Adverbiale Gebrauch
verwendet nur im Satz
z.B. Er dachte angestrengt nach. (wie?) Ein ausgezeichnet (adverbial) gemaltes (attributiv gebraucht) Bild. (wie?)

3.       Prädikative Gebrauch
nur einige Verben: sein, bleiben, werden
z.B. Die These ist überzeugen.

4.       Verbale Gebrauch
Verbindung des Partizip II mit sein oder werden (mit transitiven Verben)
z.B. Die Waren sein verkauft worden. Das Tor wurde geschlossen

Präpositionale oder Konjunktionale Gebrauch
ungeachtet +G, ausgenommen; unbeschadet
vorausgesetzt, dass…


 

DAS SUBSTANTIV

 

·          Als Nomen, Dingwort, Nennwort auch genannt

·          Es benennt Dinge, Sachen, Personen, Abstrakta, Begriffe

·          Das Substantiv bezeichnet die an einem Geschehen beteiligten Größen in Verbindung mit dem Verb oder als Verwendung der Ergänzung des Verb

·          Durch die Verwendung eines Nomens kann ein Sprecher einen Gegenstand charakterisieren und dadurch auf ihn verweisen

·          Das Substantiv dient dem Verb zur Bezeichnung der Einsatzstelle des Geschehens und ist Träger des Geschehens
z.B. Das Obst reift.

·          Im passivischen Satz ist das Substantiv das jenige, das vom Geschehen betroffen ist.
z.B. Die Straße wird ausgebessert.

·          Bei den Verben: sein, bleiben, werden wird das Substantiv der verbalen Aussagen zugeordnet und somit zum Teil der Prädikat (sogenannte Prädikativum)
z.B. Er ist Lehrer. Er bleibt in der Stadt.
aber: Er wohnt in der Stadt. (Lokalbestimmung)

·          Im aktivischen Satz bezeichnet das Bewirkte, das Betroffene als  Objekt - Dativobjekt, Akkusativobjekt, Präpositionalobjekt
z.B. Franz erwartet einen Besuch. (Akkusativobjekt)
       Er gehorcht dem Befehl. (Dativobjekt)
       Er hält sich an die Anweisung des Lehrers. (Präpositionalobjekt)

·          Als Apposition (Attribut) kann das Substantiv sich mit einem anderen Substantiv verbinden zu einem neuen Begriff
z.B. Erweiterung des Wissens; der Beitrag zur Diskussion

·          Alle Wortarten können substantiviert werden. Sie sind dann großgeschrieben mit dem Artikel das.
z.B. gut: das Gute

 

Arten des Substantivs lassen sich in verschiedene Gruppen anzuteilen:

·          Eigennamen- bezeichnen die einzelnen Glieder einer Gattung; benennen Einzelwesen oder Einzeldinge
z.B. Peter; die Nordsee; die Oder
- Sie können zum Gattungsname durch Übertragung werden
z.B. Diesel (Eigenname); der Diesel (als Produkt)
- Sie können aus mehreren Teilen bestehen
z.B. das schwarze Meer

·          Gattungsname (Appellative) bezeichnen eine ganze Gattung und die einzelnen Glieder dieser Gattung
z.B. Mensch; Tier; Pflanze; Land; Kind; Obst

·          Sammelbezeichnungen- fassen eine Gruppe gleichartige oder ähnliche Größen oder eine Klasse zusammen
z.B. Familie; Gebirge; Obst; Gemüse; Geschwister

·          Stoffbezeichnungen – bezeichnen eine Gesamtheit, wo bei der kleinste Teilchen den gleichen Namen wie die Gesamtheit trägt
z.B. Wasser; Milch; Wein; Silber (nur im Singular)
- Sie können im Plural verwendet werden und bezeichnen dann verschiedene Arten des Stoffes (Gattungsbegriff) und verlieren ihren Stoffcharakter.
z.B. Wein: Weine; Öl: Öle
- Manchmal ist die einfache Pluralbildung nicht möglich (+sorte, +arte)
z.B. das Getreide: die Getreidesorten; Milch: die Milchsorten

·          Abstrakta
1. bestimmte Eigenschaften
z.B. Treue, Fließ, Schönheit, Tugend
2. Empfindungen, Gefühle
z.B. Angst, Liebe, Hass, Freude
3. Zustände und Vorgänge
z.B. Ruhe, Frieden, Lärm, Jugend; Schlaf, Reife, Traum;
4. Menschliche Vorstellungen
z.B. Geist, Verstand, Idee, Seele, Begriff
5. Wissenschaftliche Begriffe
z.B. Kunst, Medizin, Dichtung, Linguistik, Malerei
6. Maße und Gewichte
z.B. Meter, Liter, Gramm, Sekunde

 

Genus des Substantivs (3 grammatische Geschlechte)

- Maskulinum (männlich)

- Femininum  (weiblich)

- Neutrum (sächlich)

·          Es gibt keine begrenzte Einstimmung zwischen grammatikalische und natürliche Geschlechte
z.B. das Mädchen

·          Wenn es um Berufe geht – Maskulinum, +in – Femininum
z.B. der Leiter: die Leiterin
       LehrerIn – neueste Tendenz möglich
       Magister – nicht immer geht das

 

Artikel (Geschlechtswort)

·          Ursprünglich war der Artikel keine Eigenname.

·          Der bestimmte Artikel wurde aus der Demonstrativpronomen entwickelt. Der unbestimmte Artikel- aus der Zahlwort ein; im Plural- Nullartikel

·          Der Artikel bezeichnet das grammatikalische Geschlecht und verdeutlicht Numerus und Kasus

·          Der Artikel bezeichnet die Substantivierung den anderen Wortarten
z.B. kommen: das Kommen

·          Der Artikel ist unbetont (Unterschied mit Zahlwort, Pronomen)
z.B. ein Buch (Artikel); ein Buch (Zahlwort)

 

Der Gebrauch des Artikels hängt von:

·          der Bedeutung des Substantivs

·          der Formen des Substantivs

·          den syntaktischen Verhältnissen

·          dem entsprechenden Stil

 

Ein Substantiv wird von den Artikel bestimmt (determiniert) oder unbestimmt (indeterminiert)

·          Man dekliniert der bestimmte Artikel wie dieser, diese, dieses; der unbestimmte Artikel wie das Zahlwort ein

·          Der bestimmte Artikel weist auf etwas Bekanntes hin. Der unbestimmte Artikel - auf etwas nicht Bekanntes.
z.B. Dort steht ein Haus. Das Buch wurde 1944 gebaut.

·          Der unb. Artikel tritt man nur bei zahlbaren Bestimmungen im Singular. Bei den Stoffbezeichnungen steht es nicht.
z.B. Brot und Butter

·          Der unbestimmte Artikel hat kein Plural (es steht im Plural Nullartikel)
z.B. Sie liebt Blumen

·          In den Verbindungen wie: ein paar, ein wenig bleibt der unbestimmte Artikel unflektiert.
z.B. Sie spricht mit ein paar Leuten.

·          Bestimmte Präpositionen verschmelzen sich mit dem Artikel
z.B. am, zum, im; übern, untern (umgangssprachlich) ans Werk gehen; jdn. etw. ans Herz legen (fest)

 

Numerus

·          Singulariatanta (das Singulariatantum) - nur im Singular stehen
- geografische Namen
  z.B. Polen, Balkan
- Stoffbezeichnungen
z.B. Milch, Staub
- Sammelbezeichnungen
z.B. Obst, Getreide, Geflügel
- Abstrakta
z.B. Humor, Hass, Treue

·          Pluraliatanta - nur im Plural stehen
- Bezeichnungen von Personengruppen
z.B. Eltern, Leute, Geschwister
- Bezeichnungen von Gruppen der mehreren gleichartigen Dingen
z.B. Hosenträger, Trümmer
- Zeitschütte
z.B. Ferien, Weihnachten, Ostern
- Namen manche Krankheiten
z.B. Pocken, Masern, Röteln
- Manchen geografischen Namen
z.B. die USA, die Niederlanden
- Gebirgsnamen
z.B. die Alpen, die Anden

 

der Kasus (grammatikalische Kategorie)

·          Er eignet der Wortklasse Substantiv, bestimmt die Rolle des Substantivs im Satz

·          Die Hauptaufgabe ist die Verdeutlichung der syntaktischen Beziehungen

·          Jeder Kasus hat mehrere Bedeutungen

·          Wir unterscheiden zwischen:
- reinem Kasus (Flexionskasus)
- präpositionalem Kasus (der von der Rektion der Präpositionen abhängig ist)

 

der Nominativ – Kasus der Nominalflexion; er tritt in der Nominalgruppe als auch in der Verbalgruppe auf.:

·          Subjektnominativ - In der Nominalphrase scheint der Nominativ
z.B. Der Schüler (Nominalphrase) liest ein Buch. (Verbalphrase)
- Er ist mit Verbalphrase durch Kongruenz (Übereinstimmung von Prädikat und Subjekt im Satz) verbunden.

·          Gleichsetzungsnominativ – dient zur Identitätsbezeichnung und tritt in beide Phrasen (Nominal- und Verbal-) auf.
z.B. Mein Freund ist Student. Faust  ist  Goethes berühmtestes Schauspiel.

·          Freies Nominativ steht außerhalb des Satzverbandes
z.B. Hans, gib mir sofort das Buch zurück.

 

Genitiv – Kasus der Nominalflexion; tritt in der Nominalphrase als in der Verbalgruppe auf.

·          als Genitivobjekt in der Nominalphrase
z.B. Er bedarf meiner Hilfe. Er gedachte des Freundes. Er wurde eines Mordes beschuldigt. (anklagen, überführen, ermangeln)

·          als Genitivattribut in der Nominalphrase
z.B. Goethes Buch gefällt mir. Die Tasche der Mutter liegt auf dem Tisch. Das Auto Vaters.= Vaters Auto

Genitiv kann verschiedene Leistungen erbringen:

·          Er dient zur Oberzeichnung der Vorgangträgers
z.B. Das Schreien der Kinder

·          Zur Oberzeichnung der Identität
z.B. Der Bruder Gerards, meines besten Freundes, hat uns gestern besucht.

·          Zur Oberzeichnung des Merkmals
z.B. Ein Stahl guter Qualität

·          Zur Oberzeichnung des Vorgangsziels
z.B. Wir gedachten unserer Freunden.

·          Zur Oberzeichnung Vorgangsumstände
- des Zeitpunktes
z.B. eines Tages
- der Zeitdauer
z.B. des Sommers lebten wir auf dem Lande.
- der Richtung
z.B. Er ging seiner Wege.
- der Art und Weise
z.B. Er ging gelassen Schrittes zur Tür.
- der Ursache
z.B. Er wird Hungers sterben.

 

Dativ – Kasus des indirekten Objektivs; 2 Gruppen:

1.       Notwendige indirekte Objekt
– bei den intransitiven Sätze
z.B. Ich begegne meiner Freundin. Ich helfe meiner Freundin.
– bei den transitiven Sätze mit Akkusativobjekt
z.B. Er gibt seinem Freund das Buch. (bringen, leihen, nehmen, opfern, senden, zeigen, sagen)
- Manchmal Adjektive verlangen die Valenz ein Genitivobjekt (Adjektive, die auf Grund ihrer Valenz und Rektion ein Dativobjekt fordern: ähnlich, angeboren, bange, feind, fremd sein)
z.B. Er ist seiner Mutter ähnlich.
- Der Dativ bezeichnet sehr selten einen Vorgangträger
z.B. Mag ihm sein, wie ihm wolle.
- Gleichsetzungsdativ- zur Bezeichnung der Identität
z.B. Er dankte dem Redner, einen bekannten Wissenschaftler, für seinen Vortrag.

2.       Nicht notwendige indirekte Objekt (der freie Dativ) 2 Arten:

·          Dativus commodi – der Dativ des Nutzens
Dativus incommodi – der Dativ des Schadens
- bezeichnet einer Größe, zu deren Nutzen oder Schaden etwas geschieht, Dativ des Interesses
z.B. Er öffnet mir die Tür. Er holt ihr die Milch. (Nutzen)
       Er ist mir auf den Fuß geraten. (Schaden)
       Er öffnet für mich die Tür. ( Für-Phrase)

·          Dativus ethicus – Dativ der gefühlsmäßigen Anteilnahmen; emotionell nimmt teil; kein Objekt- nur Personalpronomen der 1. und 2. Person
z.B. Wie herrlich läutet mir die Natur. Wie singen mir die Vögel.

 

Akkusativ- gibt Richtung und Ziel des Geschehens am Kasus des effizierten Objekts und des affizierten Objekts; bezeichnet vor allem das direkte Objekt, den Bezugsgegenstand, den Gegenstand, auf den eine Handlung gerichtet ist

·          das effizierte Objekt bezeichnet bewirkte Resultat (Angabe des Ergebnisses)
z.B. Sie kochte einen Pudding (Am Anfang war kein Pudding) ein Haus bauen, ein Brot backen

·          das affizierte Objekt berührt nur vom Geschehen
z.B. Ich lese dem Roman (nicht verändert)

·          Der Akkusativ des Inhalts - wird die Art des Geschehens eingegeben oder das Resultat (in Gestalt eines inneren Objekts); dient dadurch der Intensivierung
z.B. Sie lachte ein helles Lachen. (Wie lachte sie? Das Resultat)
z.B. Er schwitzt Blut.; einen Kampf kämpfen; einen schweren Gang gehen

·          Der Akkusativ drückt auch räumliche und zeitliche Bestimmung bestimmen
z.B. Wir arbeiten den ganzen Zeit. (zeitlich) jeden Donnerstag
z.B. Sie ging die gewohnte Strecke. Er geht den Berg hinauf. (räumlich)

·          Gleichsetzungsakkusativ - der zweite Akkusativ wird dem ersten inhaltlich gleichgesetzt
z.B. Man nannte ihn den Killer von St. Pauli. Er zeigte mir einen Sohn einen jungen Jungen.

Der absolute Akkusativ - als freie Ergänzung im Satz auftreten; formal vom Verb abgetrennter Akkusativ; syntaktisch unabhängig. Das sind elliptische Formen.
z.B. Guten Tag

 

DAS ADJEKTIV

- auch Eigenschaftswort, Beiwort genannt
- Adjektive bezeichnen Merkmale, Besonderheiten. Sie werden gebraucht meist in Verbindung mit anderen Wortarten, die näher bestimmen.

4 Fache Verwendung

1.       Attributiv verwandt werden

·          als Beifügung neben dem Substantiv, in der Nähe des Substantivs, unmittelbar mit dem Substantiv  vebunden

·          es wird dekliniert. Im Kasus, Numerus, Genus richtet sich der Adjektiv nach dem Substantiv
z.B. Ein erfolgreicher Student; ein gutes Buch

·          Adjektive von Lokal- und Temporaladjektive werden nur attributiv nicht prädikativ gebraucht (dortig, hiesig; damalig, ehemalig, gestrig, heutig, morgig)
z.B. Der heutige Tag. Der Tag ist heutig

·          Nur attributiv gebrauchte Adjektive, die das Substantiv in Bezug seiner Herkunft bezeichnen (stoffische oder geografische)(bleiern, silbern, eisern, hölzern; bulgarisch, staatlich)
z.B. Die Spanische Olive. Die Olive ist Spanisch. Die Hode sind ledern.

2.       Prädikative Gebrauch

·          Prädikativ gebraucht ist ein Adjektiv, wenn es zusammen mit einem Verb, meist einem Hilfsverb, das  Prädikat eines Satzes bilden.

·          Sie werden nicht dekliniert

·          Bezeichnet in Verbindung mit dem Verb ein Merkmal, das im Satz bezieht. Entweder kann das Subjekt bezogen sein, d.h. die zu Angabe eines Merkmals, das für das Subjekt gilt oder das Objekt bezogen sein d.h. die zu Angabe eines Merkmals, das das Adjektiv angibt
z.B. Die Erfahrung war wertvoll. Das Gebäude steht offen. (Subjekt aber nicht prädikativ); bei den Kopulativen Verben: bleiben, sein, werden.
       Wir nennen uns glücklich. Ich finde ihn sympathisch. (Objekt) nennen, finden, riechen, schmecken, aussehen;
- bei den Verben des Sichtverhaltens: aussehen, zeigen, wirken
- Viele feste Verbindungen; Idiomatische: etwas klar machen, sich klang machen

·          Er ist meist ohne Artikel gebraucht und dann unveränderlich.

3.       Adverbiale Gebrauch

·          bei den Verben zur Kennzeichnung der Art und Weise des Geschehens

·          Dieses Adjektiv bezieht such auf das Verb und wird nicht dekliniert und unveränderlich
z.B. Sie studierte fleißig. (nicht er sonder das Arbeiten ist fleißig) Er kam zu spät

4.       Gebrauch zur Kennzeichnung eines weiteren Adjektivs. Unterstreicht.

·          genauen Kennzeichnung des Merkmals
z.B. Das bessere Vorschlag: Der wesentlich bessere (attributiv) Vorschlag

 

Deklination:

·          Schwach- nach dem bestimmten Artikel,

·          Stark- nach dem Nullartikel und dem unbestimmten Artikel, nicht nach dem Pronomen. Adjektive werden als Attribute stark dekliniert, wenn vor ihnen nicht steht. Die Deklination stimmt dann bis auf die Genitivendung Singular in Maskulinum, Neutrum mit Deklination des Pronomens : diese, überein.
- Wenn mehrere Adjektive vor dem Substantiv stehen, dann werden alle stark oder schwach dekliniert

·          Es gibt Adjektive, die nicht dekliniert können (undeklinierte Adjektive) (auch als Attribute):
- In festen Verbindungen
z.B. Kölnisch Wasser, Römisch Drei (III), arabisch Fünf (5), ganz Polen, aber: die ganze Schweiz
- bei den formelhaften Verbindungen:
z.B. bar Geld, auf gut Glück
- bei den Gedichten:
z.B. Röslein rot
-
Farben
z.B. lila, rosa, creme, oliv; aber: ein lilafarbenes Kleid
- prima, extra
- Ort- und Ländernamen +er (sie waren ursprünglich Genitivendungen)
z.B. Berliner Dialekt, Hamburger Würstchen,

- Die substantivierte Adjektive werden wie Adjektive dekliniert

 

Komparation (Steigerung des Adjektivs) (auch Adverbien)- ermöglichst uns ein Vergleich den Werten. Verschiedene Grade einer Eigenschaft werden angegeben.

1)der Positiv (Grundstufe)- Grundform des Adjektivs
- nennt ein Merkmal, das eine Größe hat
- Die Gleichheit wird ausgedrückt: wie, sowie, nicht sowie
z.B. Er ist stolz wie ein Pfau.

2)der Komparativ (Vergleichsform)- Mehrstufe
- drückt die Ungleichheit aus: als
z.B. Hans ist fleißiger als Peter.
- Der Komparativ entsteht durch Anfügung von der Endung –er.
- Adjektive auf die Endung –el (immer), -en, -er (oft) verlieren das –e- dieser Endung, wenn sie dekliniert werden
z.B. dunkel: dunkler, edel: edler, teuer: teurer, bitter: bitt(e)rer
- Es können der Umlaut und konsonantische Stammabwandlungen auftreten:
z.B. groß: größer, hoch: höher;
- Bei Partizipien, Fremdwörter, Adjektiven mit dem Stammvokal –au- und Endungen –ig, -lich, -haft, -bar, -sam, -er, -el, -en
z.B. laut: lauter, gesund: gesund/gesünder (schwankender Umlaut)
- Gradadverbien, die den Komparativ verstärken: viel, wesentlich, erheblich, noch
- statt –er mehr ist möglich
z.B. Sie ist mehr schön als er.

3)der Superlativ (Höchststufe)- Meiststufe - bezeichnet den höchsten Grad der Steigerung eines Merkmals
- er wird mit dem Morphem –st gebildet. Adjektive auf –d, -t, -s, -ß, -x, -tz, -z, -st erhalten –est.
z.B. am heißesten
- Attributiv: bestimmter Artikel + -ste
z.B. Du trägst das schönste Kleid.
- Adverbial: am + -sten
z.B. Er fuhr am schnellsten von allen
- Auf den Superlativ folgt der Genitiv oder die Präposition von (unter)+ Dativ
z.B. Wer ist der berühmteste aller deutschen Dichter? Goethe und Heine sind die berühmtesten unter den deutschen Lyrikern. Klaus läuft am besten von uns.= Er ist der beste Läufer unter/von uns. 

4)der Elativ (absoluter Superlativ) - bezeichnet einen hohen Grad eines Merkmals ohne dabei eine bestimmte Relation, eine Bezugsetzung zu etwas, ohne eine Vergleich mit etwas auszudrücken.
- Er wird meistens ohne Artikel, und wenn schon mit unbestimmtem Artikel verwendet.
z.B. Peter erhielt das beste Zeugnis der Klasse. (Superlativ)
       Die Kollegen stellten ihm in der Diskussion das beste Zeugnis aus. (Elativ)
       Er arbeitet mit größter Sorgfalt und hat die besten Erfolge.(Elativ)
    Seine Leistungen sind die höchsten von allen.   (Superlativ)   Seine Leistungen genügen höchsten Ansprüchen. (Elativ)

 

(Gradabstufung) Komparation der Adjektive:

1) zu hoher Grad wird ausgedrückt durch: zu, allzu, über
z.B. zu weit, allzu gut, über lang
- mehr als
z.B. Sein Verhalten war mehr als verwunderlich.

2) möglichst hohe Grad: so wie
z.B. so schnell wie möglich

3) der ständig zunehmende Grad: immer + Komparativ, Positiv + Komparativ oder Komparativ + Komparativ
z.B. Der Zug fährt immer schneller/ schnell und schneller/ schneller und schneller.

4) der eingeschränkte Grad- ziemlich, mäßig
z.B. Die Ausstellung war mäßig gut besucht. Wir warteten ziemlich lang auf ihn.

 

Nicht komparationsfähige Adjektive - bezeichnen ein Merkmal, das seiner Natur nach nicht in verschieden starken Graden auftreten kann.

1) von Stoffnamen abgeleitete Adjektive:
z.B. aus Ledern: ledern, Gold: golden, Stein: steinern, Glas: gläsern

2) die eine Zustandsform bezeichnen, zu der ein Gegensatzbegriff bar ist aber keine Steigerung; Farbadjektive
z.B. tot: lebendig, täglich: stündlich, rot: röter

3) Manche bilden Steigerungsformen und treten in übertragener Bedeutung auf.
z.B. eine lebendige Darstellung, der noch hölzerne Stil

4) die Verfahrensweise angegebene Adjektive, Art und Weise:
z.B. schriftlich, maschinell

5) Zusammengesetze Adjektive
z.B. uralt, kerngesund,

6) die einen superlativischen Charakter haben:
z.B. optimal, erzklassisch, maximal

 

DAS ADVERB

·          Das Verb wird durch das Adverb näher gekennzeichnet.

·          Es steht als adverbiale Bestimmung bei Prädikat
z.B. Der Gärtner arbeitet hier gern. Er bleibt abends gern sicherheitshalber daheim.

·          Es kann auch als Attribut ein Adjektiv, Substantiv, Adverb näher bestimmen
z.B. Er brachte sehr gute Verreiche. Der Weg geht immer aufwärts. Die Straße links führt zum Stadion.

·          Das Adverb gehört zu den undeklinierenden Wortarten.

·          Mit Ausnahme bilden sie keine Vergleichsformen.

·          Adverbien und Präpositionen stehen in vielfachen und engen Wechselbeziehungen.

·          Es ist auf die verbale Aussage bezogen und das Adverb auf das Substantiv. Das selbe Wort kann entweder ein Präposition oder ein Adverb sein.
z.B. Die Stelle befand sich abseits.(Wo? Adverb) Die Stelle befand sich abseits des Weges (Präposition, Genitiv)

·          als Konjunktionen und adverbiale Bestimmungen. Das selbe Wort kann entweder eine Konjunktion oder ein Adverb sein.
z.B. Er sprach leise, ich konnte ihn trotzdem verstehen. (adverbiale Bestimmung) Er sprach leise, trotzdem konnte ich ihn verstehen. (Konjunktiv)

 

Arten der Adverbien
Die Anteilung nach semantischen Kriterien (Bedeutung)

·          Lokaladverbien
- näher die Lage bestimmen
z.B. da, dort, hier, rechts, links
- die Richtung beziehen
z.B. hin, dort, hinauf (vom Sprecher);
        her (zum Sprecher);
        entlang, ab, auf (diese Richtung indifferent ist)

·          Temporaladverbien
- eine Zeitpunkt bestimmen
z.B. jetzt, bald, nie, endlich
- die Dauer bestimmen
z.B. immer, lange, zeitlebens, weiterhin
- die Frequenz bestimmen
z.B. oft, manchmal, selten

·          Modaladverbien
- zur Bezeichnung der Geschaffenheit (qualitative)
z.B. gern, anders, umsonst, vergebens
- zur Bezeichnung des Messens und Zahlens (quantitative)
z.B. mehr, genug, etwas
- zur Bezeichnung des Grades
z.B. so, zu, kaum, sehr, besonders
- die den Gültigkeitsgrad der Aussage des ganzen Satzes bezeichnen
z.B. sicher, vermutlich, vielleicht, wahrscheinlich, nur, fast, beinah (bei ihnen ist eine negative Form nicht möglich)

·          Kausaladverbien
- rein kausale (oder konsekutive) Adverbien (zur Bezeichnung der Folge)
z.B. daher, folglich, so
- instrumentale Adverbien
z.B. damit, dadurch, hiermit
- konditionale Adverbien (zur Bezeichnung der Bedingung)
z.B. sonst, bestenfalls, andernfalls
- konzessive Adverbien (zur Bezeichnung des nicht zureichenden Gundes)
z.B. trotzdem, dennoch, jedenfalls,
- finale Adverbien (zur Bezeichnung des Zwecks)
z.B. dafür, hierzu

Die Anteilung nach dem Vor- und Bildungsweise (morphologische Kriterien)

·          Ursprungliche Adverbien
z.B. Das Spiel ist aus. Die Zeit ist um. Der Knopf ist ab. (heutzutage das sind Präpositionen)
- aus, ab, her, hin, da, dort und ihre Verbindungen (pronominal Adverbien): woran, dafür, daran

·          Abgeleitete Adverbien mit verschiedenen Wortbildungsmitteln gebildet werden:
- Ableitung mit Suffix -e
z.B. gern: gerne, nah: nahe, fern: ferne
- Ableitung mit Suffix -s
z.B. abends, morgens, anfangs, besonders
- Ableitung mit Suffix –lich, -lings, -lei
z.B. freilich, sicherlich, blindlings, zweierlei, einerlei
- Ableitung aus Adjektiven ,die in ihrer Form den Zusammenhang mit dem Adjektiv nicht erkennen lassen
z.B. fast aus fest, schon aus schön, bald aus balt (mittelhochdt.: schnell)
- Bildungen mit Suffixen, die aus Substantiven oder Adjektiven hervorgegangen sind: -weise, -maßen, -falls
z.B. jedenfalls, bestenfalls, folgendermaßen, gewissermaßen, teilweise, meterweise

 

Komparation des Adverbs (Besonderheiten)

·          oft- öfter/häufiger- am öftesten/häufigsten

·          sehr- mehr- am meisten; gern- lieber- am liebsten; bald- eher- am ehesten (zu einigen  Adverbien gibt es Komparationsformen, die mit dem Positiv meist nicht stammverwandt sind)

·          Nur Superlative: meistens, bestens, schnellstens

·          Verbindung mit am, im, aufs:
z.B. aufs beste, zum letzte, im kleinste

·          Es gibt keine Vergleich mehr, sondern nur Verstärkungen

·          Superlative mit: -st ; zu-
z.B. baldigst, höfflichst, zuletzt, zumeist

 

Pronominaladverbien

·          da, hier, wo mit Präpositionen: daran, worin

·          Sie stehen an Stelle der Verbindung eine Präpositionen mit einem Pronomen

·          Sie stehen für bestimmte Präpositionalgruppen, die entweder die Funktion eines Objekts oder adverbiale Bestimmung haben.
z.B. Er erinnert sich an das Geschenk. (Objekt; daran)
       Er legt den Bleischrift auf das Buch. (adverbiale Bestimmung; wohin? darauf)

·          bezieht sich nur auf Sachen und Begriffe- Substantive oder auf eine Satz oder einen Infinitiv

Sie stehen nicht, wenn ein Attributsatz folgt.
z.B. Du kannst dich auf das verlassen, was er versprochen hat.(grammatisch korrekt)
       (man kann nicht darauf ersetzen) (kommunikativ nicht korrekt)
       Heute kam ein Brief. Ich habe darüber gefreut. (über den Brief oder über das   Einkommen des Briefs).
     Die Bahnstrecke wurde elektrifiziert. Dadurch wurden die Fahrzeiten verkürzt. (Durch die Elektrifizierung)(Die Mitleitung zu verkürzen)

Das PRONOMEN

- Es wird auch das Fürwort genannt
- Es steht stellvertretend für Substantivgruppen oder ganze Aussagen
z.B. Er kommt heute nicht. Das ist nicht richtig. (Das für den ganzen Satz)
- Die Pronomina sind außerhalb des Kontexts ohne Bezug. Sie ersparen uns Wiederholungen.
- Sie können anstelle eines Substantivs oder Adjektivs auftreten.

 

Die Anteilung der Pronomen nach syntaktischen Kriterien:

1)       Nennende Pronomen :  Personalpronomen (reflexive und reziproke), Indefinitpronomen

2)       Demonstrative Pronomen: Demonstrativpronomen (im engeren Sinne), Interrogativpronomen (Fragepronomen)

3)       Zuordnende Pronomen: Possessivpronomen und Relativpronomen

 

Das hat viele Funktionen:

1)       Artikel z.B. Das Haus wurde gebaut

2)       Demonstrativpronomen, wenn wir es stärker betonen. das= dieses z.B. Das Haus wurde gebaut

3)       Relativpronomina  z.B. Ein Mädchen, das an der Ecke wohnt, besucht ein Gymnasium.

 

Welche, welches, welcher:

1)       Relativpronomina  z.B. Die Bluse, welche ich gekauft habe.

2)       Interrogativpronomen z.B. Welches Problem ist zu lösen?

 

Wer, was:

1)       Relativpronomen z.B. Ich weiß, wer heute kommt.

2)       Interrogativpronomen z.B. Wer kommt heute?

 

Personalpronomen

- vertritt Personen oder Sachen; substantivisch gebraucht

1)       Reflexivpronomen – sind Pronomen, die auf das Subjekt des selben Satzes zurückbezieht.
- Das Subjekt und das Pronomen sind identisch
- Personalpronomen treten nur im Dativ oder Akkusativ und in Verbindung mit dem Präpositionen
z.B. vor mir, mich, an dich, mit mir
- Die Wortfolge im Hauptsatz (nach dem finiten Verb)
z.B. Dein Freund hat mir das Buch geschenkt.
- Die Wortfolge im Nebensatz (vor dem Subjekt, wenn das ein Substantiv ist; nach dem Subjekt, wenn das ein Pronomen ist; nach dem Konjunktion)
z.B. Im Radio wurde gesagt, dass sich die Urlauber gut erholen/ dass sie sich gut erholen.

2)       Reziprokpronomen (wechselbezügliches Pronomen) werden zum Ausdruck des reziproken Verhältnisses (eine wechselseitige Beziehung zwischen mehreren Subjekten und Objekten) gebraucht
- Im Deutschen gibt es kein eigenständiges Reziprokpronomen.
- Das Pronomen sich kann für einander oder gegenseitig gebraucht wird.
- es steht insbesondere in Verbindung mit Präpositionen.
z.B. Sie liebe sich (=einander). Sie streiten oft miteinander.

 

Possessivpronomen

·          drückt eine Zuordnung des von ihm begleiteten Substantivs zu einer grammatischen Person aus.
z.B. Das ist mein neuer Anzug. Dort steht mein Wagen.

·          wird vor allem adjektivisch, meist attributiv gebraucht.

·          Jedem Personalpronomen entspricht ein Possessivpronomen in allen drei Geschlechtern, allen Kasus und Numeri

·          Die Deklinationsendung des Possessivpronomens bezeichnet grammatisches Geschlecht, Fall, Zahl des Substantivs, das sie begleiten.

·          In der 3. Person Singular wird das Geschlecht des Besitzers noch nach dem Maskulinum und Femininum unterschieden. (sein und ihr)

·          Die Deklination des Possessivpronomen entspricht dem Deklination den stark deklinierten Adjektiven. Nur das Genitiv Singular im Maskulinum und Neutrum bewahrt die alte Form mit –es, -s
z.B. meines Kindes, aber: mein guten Kindes

·          Meiste werden attributiv verwendet und dann dekliniert

·          Nur in der Umgangssprache werden sie prädikativ gebraucht
z.B. Wem gehört das Buch? Es ist meine.

·          Sie werden auch mit dem bestimmten Artikel verwendet und dann schwach dekliniert
z.B. Die Versuchen wird gelungen. Die seinen dagegen nicht.

·          Sie können substantiviert werden
z.B. Die Meinen warten auf eine baldige Nachricht. Hoffentlich werden die Unseren gewinnen.

 

Demonstrativpronomen

·          Sie weisen auf Personen oder Sachen hin und treffen dabei eine bestimmte Auswahl unter mehreren solche Größen.
z.B. Dieser Stuhl ist am besten. (von vielen anderen)

·          Sie können substantivisch oder adjektivisch gebraucht werden.

Zu den Demonstrativpronomina gehören:

·          der, derselbe, diese, jeder...

·          mit Formen der Verstärkungen: eben diese, eben jene...

·          eine und (derselbe, derjenige)

 

Der, die, das

·          Sie weisen auf etwas Allgemeines hin- haben verstärkenden Ton
z.B. Die Geschichte habe ich noch nicht gehört. (welche
®solche)

·          Sie haben oft einen erinnernden Charakter, d.h. es nimmt das Vorhergesagte wieder auf, nur eine Verstärkung von: er, sie, es
z.B. Du brauchst heute nicht auf Johann zu warten. Der kommt heute nicht. (Er wurde nicht so stark in diesem Satz )

·          Die Deklination des Demonstrativpronomens ist wie des bestimmten Artikels; allein stehen bei substantivischen Gebrauch im Genitiv Singular und Plural, im Dativ Plural ® dessen, deren, derer (erweiterte Formen)

·          deren weist auf einen vorausgegangenes Substantiv und ist durch ein Possessivpronomen ersetzbar
z.B. Frau Schmidt und deren Kinder (=und ihre Kinder)

·          derer steht nur als Hinweis auf folgenden Relativsatz und ist durch derjenige ersetzbar
z.B. Wir gedenken derer, die für die Freiheit gekämpft hat.

 

Diese, jener

·          Sie sind stärker als der

·          Diese ist dem Sprecher räumlich und gefühlsmäßig näher liegender als jener

·          nur stark dekliniert

·          Diese weist auf die Nähe hin, jener auf die Ferne

·          Sie werden adjektivisch und attributiv gebraucht

 

Solche

·          drückt immer eine Beschaffenheit aus
z.B. Eine solche Prüfung haben wir noch nie erlebt

·          Im Singular steht bei solch oft der unbestimmte Artikel. Wenn der unbestimmte Artikel vor solch steht, dann wird solch dekliniert, wenn nach – nicht dekliniert
z.B. eine solche Prüfung= solch eine Prüfung

·          In der Umgangssprache wird solch durch so ein, so was vertreten.

 

Selber, selbst

·          Sie sind nicht deklinierbar.

·          In Verbindung mit einem Substantiv oder Pronomen unterstreichen sie er, dass nur solche Größe ist gemeint und keine andere
z.B. Hans ist selbst(schriftsprachlich)/selber(umgangssprachlich) gekommen

 

Derselbe

·          bezeichnet eine völlige Identität zwischen Personen oder Sachen.
z.B. Sie bearbeiten dasselbe Thema.

 

Der gleiche

·          bezeichnet bei Personen oder Sachen die Gleichartigkeit, Identität (Ähnlichkeit); der gleiche kann an der Stelle gleich kommen
z.B. Er bleibt sich immer gleich.= Er bleibt immer der gleich.

 

Der jenige

·          hat die Aufgabe aufzuwählen und näher zu bestimmen. Er wird durch einen Relativsatz fortgeführt, der die Bestimmung dann die Einzelnen übernimmt
z.B. Die jenige, die den Film gesehen haben, sind sehr beeindruckt.

 

 

Relativpronomen

1)       der, die, das

2)       welcher, welche, welches

3)       wer, was

·          Sie leiten einen Relativsatz ein; sie beziehen über ein Substantiv oder Pronomen; leiten Attributsätze ein
z.B. Das ist die Bluse, die wir gekauft haben.

·          Sie leiten auch Nebensätze ein, die die Funktion eines Subjekts, Prädikats oder Objekts erfüllen. Ein Nebensatz, das mit dem Relativpronomen was ist das Prädikativsatz.
z.B. Er wird das sein, was er heute zu werden verspricht. (Prädikativsatz.)
       Wer viel Obst isst , bleibt gesund. (Subjektsatz)
       Halte, was du versprichst? (Objektsatz)

·          Die Deklination des Relativpronomens: welche dekliniert wie diese; wer und was wie der und das

 

Interrogativpronomen (Fragepronomen)

1) wer, was

2) welcher, welche, welches (Plural: welche)

3) was für einen/eine/ein (Plural: was für ...?)

·          Sie leisten direkte und indirekte Fragen ein.

·          wer fragt nach Personen männlicher und weiblicher Geschlecht im Singular und Plural.
z.B. Wer entdeckte diese Krankheit?

·           was fragt nach Sachen oder Verhalten
z.B. Was braucht er?

·          Wer und was können nur substantivisch gebraucht werden und stehen immer am Anfang des Satzes. Nur eine Präposition kann vor ihnen stehen: Von wem?

·          Welch wird gebraucht um eine Auswahl aus eine Menge zu erfragen
z.B. Welcher ist dein Freund? (substantivisch gebraucht)
       Welche Schule brauchst du? (adjektivisch gebraucht)

·          Die unflektierte Form von welch steht in Ausrufesätze vor ein und vor Adjektiven:
z.B. Welch ein guter Mensch! Welch schöner Tag!

·          Was für ein fragt nach Art, Eigenschaften einer Person oder Sache. Im Plural fällt ein weg.
z.B. Was für Löhne werden gezahlt?

 

Indefinitpronomen (unbestimmtes Pronomen)

·          Sie beziehen sich auf Personen oder Sachen, die nicht genau, sondern allgemein bestimmt werden.

·          Die meisten werden in substantivischer oder attributiver Funktion gebraucht
- attributiv (selbstständiges Satzglied): alle, beide, einige, ein paar, kein, etwas, jede, manch, mehrere, sämtliche, viel, wenig

Nur einige als allein stehende Wörter: eine, jemand, man, nichts, niemand, welche, irgend+... (zu verstärken)
z.B. irgendjemand

DIE PRÄPOSITION

Aufgaben:

·          Die Präpositionen stehen innerhalb des Satzes das abhängige Substantiv oder Pronomen im Verhältnis zu halten
- Substantiv+ Substantiv
z.B. Wasser im Graben
- Substantiv+ Adjektiv
z.B. krank am Herzen
- Substantiv+ Verb
z.B. Die Straße führt über den Fluss.
Das Verb fordert einer bestimmten Präposition und diese Präposition fordert einem bestimmten Kasus.

Die Zuordnung der Präpositionen:

·          räumliche Verhältnisse - dienen zur Kennzeichnung des Raumes, der Richtung; Fragen: wo? woher? wohin? (zu, in, hinter ...)
z.B. Er wohnt vor der Stadt.

·          zeitliche Verhältnisse - dienen zur Kennzeichnung des Zeitpunktes oder der Dauer; Fragen: wann? seit wann? wie lange?
z.B. seit vielen Jahren, in zwei Wochen

·          kausale, finale und konzessive; Fragen: warum? weshalb?
kausale
- geben Grund an
z.B. Sie strahlt vor Glück.
finale- geben Zweck an
konzessive- einräumen

·          instrumental – geben das Mittel an; Fragen: wodurch? womit?
z.B. Wir schreiben mit dem Kuli.

 

Im Deutschen gibt es einige Präpositionen, die mehrere Verhältnisse ausdrücken können.
z.B. nach- 1) der Vorlesung  2) Hause
        in- 1) zwei Wochen (zeitlich) 2) den Kasten (räumlich) 3) Sorge (modales)

 

Die Stellung der Präpositionen

·          vor dem Wort, auf das sie sich bezeichnen

·          Sie können nachgestellt werden.
z.B. entlang, gegenüber

·          Manchmal haben die Präpositionen beide Stellungen
z.B. wegen, entgegen

·          Zweiteiligen Präpositionen umrahmen das Bezugswort
z.B. von Kindheit an, von Jugend auf, von Anfang an

 

·          Präpositionen fördern einen bestimmten Kasus. Sie können aus Substantiven, Partizipien, Adjektiven entstehen und werden mit Genitiv gebraucht
z.B.
abseits, anstelle, zwecks

·          Es entstehen immer wieder neue Präpositionen. Sie fördern Genitiv aber oft stehen sie mit Dativ, wenn das Substantiv allein, ohne Artikel steht
z.B. Dativ: mangels Bewiesen
® auf Grund der Endung wissen, wir was das ist
       Genitiv: mangels der Beweisen
®
mit dem Artikel im Genitiv

 

Präposition mit einem Kasus

          Genitiv:

·          abseits, diesseits, jenseits

·          angesichts

·          anhand

·          anlässlich(z okazji)

·          anstatt/statt,

·          anstelle

·          aufgrund

·          außerhalb

·          innerhalb, oberhalb, unterhalb

·          betreffs(odnoœnie), 

·          halber

·          hinsichtlich(ze wzglêdu)

·          infolge

·          inmitten

·          kraft

·          seitens(ze strony),

·          trotz,

·          um...willen

·          ungeachtet

·          unweit

·          vermöge

·          während,

·          wegen,

·          zugunsten (na korzyœæ)

 

Dativ:  

·          aus,

·          außer,

·          bei,

·          entgegen(wbrew),

·          entsprechend

·          gegenüber,

·          gemäß(zgodnie z),

·          mit,

·          (mit)samt

·          nach,

·          nahe

·          seit,

·          von,

·          zu,

·          zufolge (wed³ug)

 

Akkusativ:

·          bis,

·          durch,

·          für,

·          gegen,

·          ohne,

·          per

·          pro

·          um,

·          wider(przeciwko)

 

Dativ oder Akkusati

·          ab

·          außer

entlang

DAS NUMERALE

·          Zahlwörter; sind keine homogene Klasse; beschreiben die Anzahl oder Reihenfolge

·          Unter dieser Bezeichnung sind Wörter verschiedene Wortklassen vereinigt. Das sind Adjektive, Adverbien usw.

·          Nach dem semantischen Kriterien lassen sich reine Mengeangaben ihrer Bedeutung nach zu einer semantischen Gruppe zusammenfassen und sie umfassen: Adjektive, Substantive, Adverbien und Wörter mit pronominalen Merkmalen.

·          Zahlwörter im eigentlichen Sinn sind nur Grundzahlen und aus ihnen leiten sich die anderen Zahlwörter her.

·          Die Zahlwörter können als Adjektive gebraucht werden, sie geben aber keine Art und Weise, sondern eine Menge an.

·          Die Grundzahlen sind die Zahlen von 1-12, 100, 1000 und ihre Zusammensetzungen.

·          Die Aufgabe der Numeralien ist das Substantiv genauer nach einer Anzahl zu bestimmen. Die Zahlwörter können attributiv oder alleinstehend gebraucht werden
z.B. das Spielbrett hat 11 Felder; Wir waren 5.

·          Die Grundzahlen müssen (außer 1) nicht dekliniert werden.

·          Substantivierte Nummern oder Ziffern werden als Feminina dekliniert
z.B. die Zwei- die Zweien, die Fünf- die Fünfen.

 

8 Untergruppen der Zahlwörter:

1.       Ordnungszahlen – sie haben einen adjektivischen Charakter. Ihrer Form nach sind sie dem Superlativ verwandt, hier wird die Endung –te an die Grundzahlen herangefügt und –ste bei den anderen.

2.       Bruchzahlen- Ableitung aus den Grundzahlen + Endung –teil
z.B. viertel (vierte +teil)

3.       Verteilungszahlen – man bildet die mit Hilfe von je und Grundzahlen
z.B. Die drei Kinder erhielten je sechs Nüsse.

4.       Vervielfältigungszahlen- sei werden aus den Grundzahlen und Suffixe –fach, -faltig, -fältig gebildet. Sie werden als Adjektive, attributiv, prädikativ und adverbial gebraucht
z.B. dreifach, zehnfach, zweifach (auch doppelt), vielfältig

5.       Aufzahlungswörter- der Form und Funktion nach sind das Adverbien, für die charakteristisch ist die Endung ens
z.B. erstens, zweitens, drittens

6.       Wiederholungszahlen – sie werden von den Grundzahlen mit Hilfe der Endung –mal abgeleitet
z.B. viermal

7.       Art- und Gattungszahlen – sie bezeichnen Arten und Gattungen. Sie werden von den Genitiven der Grundzahlen oder der unbestimmten Pronomen mit der Hilfe der Endung –lei gegründet
z.B. allerlei, zweierlei, keinerlei

8.       Unbestimmte Zahlwörter- sie deuten eine Menge ganz allgemein ohne genaue Zahlangabe an. Sie haben einen durch aus pronominalen Charakter
z.B. einige, wenige, viele, mehrere

DIE KONJUNKTION

die Hauptfunktionen

·          verbinden Satzglieder oder ganze Sätze

·          verdeutlichen die gedanklichen Beziehungen

·          Sätze werden aneinander zugeordnet

·          Nebensätze werden untergeordnet

 

Arten der Konjunktionen

·          koordinierende (beiordnende)- verbinden grammatisch gleichwertige Satzglieder oder Sätze
z.B. und, aber

·          subordinierende (unterordnende)- verbinden Übergeordnete Sätze mit untergeordneten
z.B. dass

·          einige Konjunktionen können sowohl koordinierend als auch subordinierend stehen
z.B. da, seitdem, wie

 

Formen der Konjunktionen

·          eingliedrige: und, weil, aber, dass

·          mehrgliedrige: sowohl...als auch, entweder...oder, nicht nur...sondern auch

 

Konjunktionaladverbien- zwischen dem Konjunktion und dem Satz: doch, also...
Sie haben keinen Einfluss auf die Wortfolge
z.B. Man hat uns versichert, doch wir können es nicht prüfen. (Konjunktion)/doch können wir es nicht prüfen (Adverb)

 

Untergruppen der Konjunktionen nach den semantischen Kriterien:

·          Adversativ (Bedeutung): allein, aber, jedoch, sondern

·          Alternativ: oder, entweder...oder, beziehungsweise

·          Kausal: denn

·          Kopulativ: und, sowie, nicht nur...sondern auch, sowohl ...als auch/wie auch, weder...noch

Modal:

·          Restriktiv: aber

·          Spezifizierung: das heißt

·          Steigernde Wiederholung: und

·          Substantiv: (an)statt

 

Unterschiede zwischen Konjunktionen und Präpositionen:

·          Präpositionen haben eine Kasusforderung, Konjunktionen - nicht

·          Präpositionen verbinden Wörter und Wortgruppen, Konjunktionen Satzglieder und Sätze

·          Präpositionen stehen innerhalb der Satzglieder, Konjunktionen außerhalb Satzglieder

 

Manche Wörter können als Präpositionen und Konjunktionen gebraucht werden: bis, während, seit, wie, also
z.B. Bis zu seiner Abreise will er sich die Stadt ansehen. (Präposition)
      Bis er abreist, will er sich die Stadt anschauen (Konjunktion)

 

Zusammengesetzte Konjunktionen- die beiden Komponenten sind nicht trennbar, aber eine Trennung ist manchmal möglich, durch ein Korrelat
 z.B. Er erlaubt sich ein Urteil, ohne dass er die Literatur gründlich kennt.
        Er erlaubt sich ein Urteil, ohne die Tatsache (
Korrelat), dass er die Literatur gründlich kennt.

Durch Verwendung der ersten Komponente zum Korrelat jedoch unter Bedeutungsänderung
z.B. Er war krank, so dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.
       Er war so krank, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

 

DIE PARTIKEL

·          Partikeln stellen im Deutschen eine relativ geschlossene Klasse da, die etwa 40 Wörter umfasst.

·          unter morphologischem Aspekt - nicht deklinierbar, nicht konjugierbar, nicht graduierbar

·          Die Partikel hat keinen Satzglied Charakter.

·          Im Unterschied zum Adverb kann die Partikel die erste Position im Satz vor dem finiten Verb nicht allein einnehmen.

·          Im Unterschied zu den Modalwörtern beziehen sich die Partikeln niemals auf den ganzen Satz, sondern immer auf ein einzelnes Wort und die Partikel ist nicht mit diesem Wort im Satz verschiebbar und nicht alleine
z.B. Das Wetter wird vermutlich warm. = Vermutlich wird das Wetter warm. (Modalwort)
       Das Wetter wird sehr warm. = Sehr warm wird das Wetter. Sehr wird das Wetter warm
. (Partikel)

·          Modalwörter, Adverbien und Partikeln unterscheiden sich auch dadurch, dass Modalwörter auf Entscheidungsfragen, die Adverbien auf die Ergänzungsfragen und die Partikeln auf überhaupt keine Fragen antworten können.
z.B.  Modalwörter- Vermutlich, Adverbien- Spät, Partikeln- Nur

·          Manche Wörter können sowohl als Konjunktionen als auch als Partikeln verwendet werden
z.B. Was machst du denn? (Partikel) Er kommt nicht, denn er ist krank. (Konjunktion)

·          Unter semantischen Aspekt sind die Partikeln eine Wortklasse, die ein Wort im Satz näher bestimmt, erläutert, spezifiziert oder graduiert, in dieser Funktion drücken sie nur eine gefühlsmäßige Anteilnahme des Sprechers an der Aussage aus.

·        Kombination mehrerer Partikeln im Satz: in einem Satz können mehrere Partikeln neben einander erscheinen, sie haben dann bestimmte Reihenfolge
z.B. Er hat doch auch nur eine Pflicht getan. Komm schon auch pünktlich. Das ist doch aber (oder: aber doch) ein großer Erfolg
.

 

NEGATIONSWÖRTER

 

·          Sie verneinen den Inhalt der Aussage (den ganzen Satz oder einen Satzteil)

·          Sie sind meistens unflektierbar
z.B. nichts, niemals, nie

·          Nur niemand und kein können deklinieren.

 

Auf Grund ihrer verschiedener Position im Satz müssen sie im Deutschen unterschiedlichen Wortklassen zugeordnet werden:

1.       Substantivische Pronomina: keiner, niemand, nichts

2.       Adverbien: nie, nirgends, niemals

3.       Modalwörter: keinesfalls, keineswegs

4.       Artikelwörter: kein

5.       Satzäquivalente: nein

6.       Partikeln: nicht

7.       Konjunktionen: weder... noch

 

Semantische Beschreibung der Negationswörter:

·        Das gemeinsame semantische Kennzeichen aller Negationswörter besteht darin, dass sie die vereinende Einstellung des Sprechenden zum Inhalt der Aussage aus. Durch sie kann der gesamte Satzinhalt vereint werden, und hier sprechen wir von der Sondernegation oder partiellen Negation
z.B. Er kommt heute nicht. Er kommt heut nicht, sondern morgen.

Die meisten Negationswörter im Deutschen entstehen durch die Kombination des Negationselement mit einem entsprechenden positiven Wort.  Das Negationselement + ein = kein; +Nullartikel= kein; + etwas= nichts

 

MODALWÖRTER

 

Wesen der Modalwörter:

·          sie drücken subjektive Einstellung des Sprechers dazu, wie die Dinge in Wirklichkeit sind (Modaladverbien benennen objektive Eigenschaften realer Objekte)

·          Sie beziehen nicht das objektive Merkmal des Geschehens, wie Adverbien, sondern drücken die subjektive Einschätzung des Geschehens durch den Sprecher aus.

·          Durch die Modalwörter wird die Stellungsnahme des Sprechers zum Geschehen wiedergeben und nicht die Art und Weise des Geschehens.

·          Die Stellungsnahme des Sprechenden zur Aussage kann entweder modaler oder emotionaler Art sein.

·          Die Modalwörter sind mehr als Satzglieder, sie beziehen sich immer auf die Prädikaten, d.h. auf den gesamten Satz.

·          Die Modalwörter lassen sich in Sätze verwandeln.

 

Nach der Deklinierbarkeit werden die Modalwörter in zwei Klassen geteilt:

1.       Modalwörter, die nicht attributiv verwendet werden können. Sie können nicht dekliniert und kompariert werden
z.B. allerdings, anscheinend, bedauerlicherweise

2.       Modalwörter, die zugleich attributiv verwendet werden können. Sie übertreten damit in die Klasse der Adjektive und können in dieser Stellung dekliniert werden
z.B. angeblich, bestimmt, eigentlich, gewiss, natürlich, offenbar
- Obwohl sie in die Klasse der Adjektive übertreten, sind sie nur in geringer Masse komparierbar. Komparierbar sind nur solche: wahrscheinlich, selbstständig,  offenkundig, natürlich, offensichtlich 

 

Syntaktische Beschreibung der Modalwörter:

Wie kann man die Modalwörter von den anderen Wortklassen abgrenzen:

·          Die Modalwörter unterscheiden sich morphologisch und in der Stellung nicht von den der Adverbien
z.B. Er kommt pünktlich zur Schule. (Adverb). Er kommt vermutlich zur Schule. (Modalwort)

·          Im Unterschied zu den Modaladverbien lassen sich die Modalwörter in einen übergeordneten Hauptsatz transformieren.
z.B. Er kommt vermutlich. (Modalwort)= Man vermutet, dass er kommt.

·          Modalwörter können einen selbstständigen Charakter haben
z.B. Er kommt vermutlich. Vermutlich (kann alleine als Antwort stehen) Kommt er? (Entscheidungsfrage)
       Er kommt pünktlich. (kann nicht alleine als Antwort stehen) Wann kommt er?

·          Die Stellung der Negation „nicht“ - sie steht immer vor dem Modaladverb, aber hinter dem Modalwort
z.B. Er kommt nicht pünktlich. Er kommt vermutlich nicht.

 

Nach der Wesenbestimmung (semantisch gesehen) lassen sich besondere Klassen der Modalwörter unterscheiden:

1.       Modalwörter der Modalität - die Beurteilung der Realität, der Aussage durch den Sprecher: Bestätigung, Einschränkung, Vermutung, Zweifel, Verstärkung

2.       Modalwörter der Emotionalität – durch sie wird gefühlsmäßiges Verhältnis des Sprechers zur Aussage aufgeführt; positive Emotionen: Befriedigung, Erleichterung; negative Emotionen: Bedauern

 

Konkurrenzformen zu den Modalwörter sind andere Möglichkeiten des Ausdrucks der Modalität anzusehen:

1.       Vollverben eines übergeordneten Hauptsatzes
z.B. Vermutlich ist er krank. = Man vermutet, dass er krank ist. Offensichtlich ist er krank. = Man sieht, dass er krank ist.

2.       Modalverben
z.B. Wahrscheinlich, vermutlich, vielleicht ist er krank. = Er kann, mag, dürfte krank sein. Er ist bestimmt, gewiss, zweifellos krank. = Er muss krank sein.

Präpositionalgruppe
z.B. Er war anscheinend krank. = Dem Anschein nach war er krank. Er war zweifellos krank. = Er war ohne Zweifel krank

 

SATZÄQUIVALENTE

Als Satzäquivalente – Wörter, die selbst Sätze sind, die nicht Teil eines Satzes sind. Sie haben einen Satzcharakter.

z.B. hallo, pfui, au, pst, ah, ja, nein, danke

 Es ist schwer Satzäquivalente von Modalwörtern und  die Imperativformen zu unterscheiden:

Abgrenzung der Satzäquivalente von den Modalwörtern

Während die Satzäquivalente ihren selbstständigen Satzcha­rakter auch in der konkreten Äußerung erkennen lassen, sind die Modalwörter Teile von Sätzen.

Die Satzäquivalente stehen stets außerhalb des Satzverbandes abge­sondert (grafisch durch Komma markiert) oder isoliert (allein stehend), die Modal­wörter treten dagegen im Satzverband als ein normales Stellungsglied auf:
z.B.
Kommt er? Vielleicht kommt er (Modalwort)
      
Ja, er kommt. Ja, kommt er.(Satzäquivalent, abgesondert) Ja (Satzäquivalent, isoliert)

Abgrenzung der Satzäquivalente von den Imperativformen

Wie die Satzäqui­valente erscheinen auch die Imperativformen gewöhnlich als „Einwortsätze":

z.B. Geh! Kommt! — Setzen! Aufgestanden! Hilfe!

Unterschied wird erst deutlich, wenn man die Imperativformen auf ihre Grundstruktur zurückführt, wobei obligatorisch ein zusätzliches Subjekt
z.B.
Geh! - Geh du!; Setzen! - Setzen Sie sich!

Semantische Beschreibung

Interjektionen
– mit einem eindeutigen Gefühlsausdruck
z.B. Hurra! (Freude) hoho (Verwunderung) pfui (Ekel) au (Schmerz)
- mit mehreindeutigen Gefühlsausdruck
z.B. ach (Bedauern, Schmerz, Sehnsucht) hm (Nachdenken, Verwunderung, Zustimmung)

ja, nein, doch – sind Antworten auf Entscheidungsfragen
ja = Bestätigung
nein
= Verneinung; Bestätigung (bei negativer Entscheidungsfrage)
doch
= Verneinung (bei negativer Entscheidungsfrage)

bitte, danke – während danke nur eine Sprecherreaktion auf eine Frage oder Aussage ist, kann bitte in Auforderungen auftreten.
- Bitte und Dank
- höfliches Ja bzw. Nein
- bloße Höflichkeitsformeln (z.B. bitte beim Überreichen eines Gegenstands)

 

KONJUNKTIV

 

Indikativ (Wirklichkeitsform) – real und faktisch

 

Konjunktiv (Möglichkeitsform) – kontrafaktisch. Wirklichkeit wird gezweifelt, gewünscht. Er enthält eine Einschränkung der Faktizität einer Aussage. Dient

1) zum Ausdruck eines Wunsches (Optativ) (Es lebe das Geburtstagskind) und einer Aufforderung (Adhortativ)

2) zum Ausdruck der Möglichkeit: Potentialis (Wenn sie etwas früher nach Hause käme, könnten wir noch zusammen einkaufen gehen) und Irrealis –kontrafaktisch Angenommenes ausdrücken (Wenn sie etwas früher nach Hause gekommen wäre, hätten wir noch zusammen einkaufen gehen können) 3)Konjunktiv der indirekten Rede – markiert die Wiedergabe einer Äußerung Dritter

 

Würde + Infinitiv ersetzt Konjunktiv Präsens, Präteritum und Futur.

Konjunktiv I –wenn es sich um ein Präsens handelt, Konjunktiv II- Präteritum

 

Interrelation von Tempus und Modus- Modus und Tempus können nicht gleich stark in ein und derselben Verbform zum Ausdruck gebracht werden: wenn ein Konjunktiv vorliegt, drängt er die Tempusfunktion in den Hintergrund. (Bei Indikativ ist Tempus wichtig- Gegenwart- bei Konjunktiv nicht so- Konj. Präsens, Präteritum, Perfekt- Zukunft; Konj. Plusqu- Vergangenheit)

 

In der indirekten Rede bildet zum Ausdruck der

 Gleichzeitigkeit: Konj Präsens, Präteritum(die stilistisch stehende Variante, in der Schriftsprache bevorzugt und zu distanzieren)

 Vorzeitigkeit: Konj Perfekt, Plusqu;

Nachzeitigkeit: Konjunktiv I, Konj Futur, Prasens, würde Form

 

Konjunktiv des irrealen Vergleichs: als (ob) verhält sich in Bezug auf die gewählte Zeitstufe genauso wie der Konjunktiv der indirekten Rede

Konjunktive in Konditionalsätzen müssen entweder in Präteritum (Potentialis) oder im Plusquamperfekt (Irrealis) stehen

In Wunschsätze können die Konj Präsens, Präteritum und Plusqu verwendet werden.

 

Einteilung des Konjunktivs nach bestimmter Funktion (DUDEN):

 

1) Funktionsbereich I: Aufforderung und Wunsch (außerhalb der indirekten Rede und des modalen Relativsatzes dient der Konjunktiv I zum Ausdruck eines Wunsches, einer Bitte oder einer Aufforderung)

Hauptsatz: Zum Ausdruck eines Wunsches oder einer Aufforderung wird am häufigsten sein in den Konjunktiv I gesetzt. (Dem Autor sei Dank). Von den Modalverben werden von allem mögen, wollen, sollen gebraucht. (Das wolle Gott verhüten.) Auch Vollverben kommen vor. (auch den jungen Wein des Vorjahres trinke man). Konj I findet sich verhältnismäßig oft in mathematischen Fachtexten, in Anweisungen und Anleitungen auf Rezepten und Redewendungen und Formeln.

Nebensatz: Wenn Konj I im abhängigen Wunsch- oder Finalsatz auftritt, dann handelt es sich um die indirekte Wiedergabe eines direkt geäußerten Wunsches, einer Bitte oder Aufforderung. Die Form der direkten Äußerung kann der Imperativ sein, Konj I oder eine Infinitivfügung mit sollen

Wunschsatz: ist von einem übergeordneten Satz abhängig, der ein Verb oder Substantiv mit der Bedeutung, Wunsch, Bitte, Aufforderung enthält. Es wird mit der Konstruktion dass angeschlossen und bleibt uneingeleitet. 

Finalsatz: der einem Zweck oder einer Absicht Ausdruck gibt, wird durch damit, auf dass eingeleitet (selten dass)

 

2) Funktionsbereich II: Irrealität und Potentialität- Konj II dient als Zeichen dafür, dass Sprecher seine Aussage nicht über Wirkliches, sondern Vorgestelltes verstanden wissen will. Die umschreibende Form des Konj II bezieht sich auf Vergangenheit; die einfache Form auf Gegenwart und Zukunft.

 

Hauptsatz: Irrealer Aussage- und Fragesatz Sätze wie: Das wäre schön. sagen nur Mögliches, Angenommenes, Gedachtes aus, während zur Behauptung von Wirklichem, Tatsächlichem der Indikativ dient.

Eine konjunktivische Aussage hat zudem gewöhnlich eine verneinte indikativi­sche Aussage zur Voraussetzung (Präsupposition):Euer Unternehmen wäre gescheitert. (Präsupposition:) Euer Unternehmen ist nicht gescheitert.

Charakteristisch für den Konjunktiv II ist seine Verbindung mit bestimmten Ad­verbien wie beinahe und fast (Beinahe/Fast wäre euer Unternehmen gescheitert) und vermutlich, wahrscheinlich und vielleicht (Vermutlich/ Wahrscheinlich/ Viel­leicht wäre ein klärendes Gespräch besser als Stillschweigen).

Der Konjunktiv II wird häufig zum Ausdruck gewisser Einstellungen und Haltungen benutzt, beispielsweise zum Ausdruck

-   einer höflichen, in die Frageform gekleideten Bitte, die die direkte Aufforderung vermeiden möchte: Würden Sie das bitte für mich erledigen?

-   einer vorsichtigen, unaufdringlich-zurückhaltenden Feststellung, die den Partner nicht vor den Kopf stoßen möchte: Ich wünschte, dass Sie nachgäben.

Der Indikativ würde in diesen Fällen härter und schroffer wirken. Formelhaft sind schon Sätze geworden wie Ich würde sagen /meinen, dass ...

 Dieser Konjunktiv II wird auch gebraucht

- bei der Feststellung eines unter Umständen nur mühsam erreichten Ergebnis­ses, das an sich eine Tatsache darstellt: Da wären wir endlich!

-  bei einer zweifelnden, zögernd-überlegenden Frage: Wäre das möglich?

-  zur Kennzeichnung eines Vorbehaltes gegenüber der Glaubwürdigkeit einer Aussage (Ironie): Du hast im Lotto gewonnen. - Das wäre schön!

- bei einer Vermutung oder Annahme, die (in Form einer hypothetischen Set­zung) eine eindeutige Festlegung vermeiden möchte (Subjekte Gebrauch): Das dürfte (könnte/müsste/sollte) wahr sein

-  Irrealer Wunschsatz Die irrealen Wunschsätze nehmen eine Mittelstellung zwischen Haupt- und Nebensatz ein.

Insofern sie syntaktisch nicht in eine höhere Einheit eingebettet sind, handelt es sich bei ihnen um Hauptsätze; insofern sie die typischen. Merkmale von Nebensätzen aufweisen (einleitende Konjunktion und Endstellung des Finitums), gehören sie zu diesen. Entstanden sind sie wohl aus elliptischen Konditionalgefügen, bei denen der Folgesatz weggelassen wurde Wenn sie jetzt da wäre ...

Der irreale Wunschsatz behält Nebensatzstruktur bei und fügt häufig zum verstärkten, besonderen Ausdruck gefühlsmäßiger Betroffenheit ein Adverb wie doch (nur)ein: Wenn sie doch jetzt da wäre!

Auf diese Weise drückt der irreale Wunschsatz einen nicht erfüllbaren Wunsch aus (so gesehen zählt er zu den nichterfüllbaren Konditionalsätzen)

Nebensatz Konditionalsatz

Die Verwirklichung eines möglichen, gegebenenfalls auch wahrscheinlichen, auf jeden Fall aber nur in Gedanken konstruierten Sachverhalts wird oft an eine Bedingung (Voraussetzung) gebunden, die entweder unausgedrückt aus der Situa­tion (dem Kontext) mitverstanden oder ausdrücklich vom Sprecher/Schreiber genannt wird. An seiner Stelle hätte ich gehandelt
Der Modus des Bedingungsgefüges ist freilich nicht von vornherein der Konjunktiv II. Es gibt auch das indikativische Bedingungsgefüge: Wenn es regnet, sind die Straßen nass.

Derartige Bedingungsgefüge erheben den Anspruch, eine Aussage über wirklich existierendes, Geschehenes zu machen, sie formulieren eine erfüllbare Bedin­gung und eine erfüllbare Folge, was soviel bedeutet wie: Bedingung und Folge treten in der Wirklichkeit auf. Wissenschaftliche (physikalische, logische u.a.) Gesetze werden deshalb immer im Indikativ formuliert, der Konjunktiv ist aus­geschlossen.

Irrealer Konzessivsatz wird u. a. mit auch wenn (bzw. wenn auch),
selbst wenn
oder und wenn eingeleitet. Er stellt eine Ab- und Umwandlung des Konditionalsatzes dar: Die für die Verwirklichung hinreichende Bedingung des irrealen Konditionalsatzes wird zu einer nicht hinreichenden Bedin­gung im irrealen Konzessivsatz, was sprachlich durch die im Hauptsatz hinzu­gefügte bzw. getilgte Negation zum Ausdruck kommt. Irrealer Konditionalsatz: Wenn man mir 100 Mark anböte, verkaufte ich das Buch. Irrealer Konzessivsatz: Auch wenn man mir 100 Mark anböte, verkaufte ich das Buch (trotzdem) nicht.

Exzeptivsatz  stellt eine Variante des Konditionalsatzes dar. Inhaltlich formuliert er eine Bedingung, die zwar als einzige hinreichend wäre, die Aussage des Hauptsatzes aufzuheben, in Wirklichkeit aber wenig wahrscheinlich ist. Formal wird der Indikativ eines mit wenn eingeleiteten negierten Konditional­satzes in den Konjunktiv II umgeformt, wobei gleichzeitig und unter Hinzu­fügung eines denn die Konjunktion wenn und die Negation getilgt werden: Er ist verloren, wenn nicht ein Wunder geschieht. = Er ist verloren, es geschähe denn ein Wunder.

Modaler Relativsatz wird im Allgemeinen durch als (ob)/ als wenn/ wie wenn eingeleitet

Er legte sich ins Bett, wie wenn er schwach wäre.

Irrealer Konsekutivsatz  wird mit als dass/ dass eingeleitet; der Hauptsatz enthält als Korrelat häufig so oder zu: Er ist nicht so klug, als dass er alles wüsste.

Im Falle, dass eine erwartete Folge oder ein erwarteter Begleitumstand nicht ein­getreten ist oder nicht eintritt, wird der Konsekutivsatz mit ohne dass und Kon­junktiv II (bzw. auch möglichem Indikativ) gebildet: Er arbeitet schon jahrelang an diesem Buch, ohne dass er damit fertig würde (wird).

Bei übereinstimmendem Subjekt in Haupt- und Nebensatz konkurriert diese Form des Konsekutivsatzes mit einer Infinitivkonstruktion: Die Sonne scheint, ohne recht warm zu werden.

Wenn manchmal im Relativsatz der Konjunktiv II als Modus der Irrealität und Potentialität begegnet, dann liegt ihm ein selbständiger irrealer Aussagesatz zugrunde: (Ich kenne ein gutes Mittel.) Dieses Mittel wäre in der Apotheke zu bekommen. = Ich kenne ein gutes Mittel, das in der Apotheke zu bekommen wäre.

3) Funktionsbereich III: INDIREKTE REDE

Zur Umwandlung der direkten Rede in die indirekte Rede

In der direkten (wörtlichen) Rede wird eine Äußerung wörtlich angeführt, d.h. so, wie sie tatsächlich gemacht wird. Die Beziehung zwischen dem Sprecher, dem Urheber der Äußerung, und dem Hörer ist direkt und unmittelbar: Hans behauptet: „Davon habe ich nichts gewusst."

In der indirekten (berichteten) Rede dagegen wird eine Äußerung (ein Gedanke, eine Überlegung u. ä.) mittelbar wiedergegeben, von ihr wird berichtet: Hans behauptet, dass er nichts davon gewusst habe. Der Hörer wird dabei als Berichter zum Sprecher und vermittelt durch die Wiedergabe des unmittelbar Gehörten zwischen dem Urheber der direkten und dem Hörer der berichteten Äußerung.

Andere wichtige Formen, eine Äußerung wiederzugeben, sind

-   Infinitivkonstruktion: Hans behauptet, davon nichts gewusst zu haben.

- „Quellenangabe" (in Form eines wie-Satzes, eines Präpositionalgefüges): Wie Hans behauptet/Nach Hans' Behauptung, hat er davon nichts gewusst.

- Modalverbgefüge: Hans will davon nichts gewusst haben.


Der syntaktische Status der direkten und indirekten Rede. Semantisch gesehen, sind es vor allem die Verba dicendi et sentiendi, die Verben des Sagens und Denkens, und die ihnen entsprechenden Substantive. Verben wie: sagen, meinen, denken, äußern, behaupten

Zur Tempusumwandlung der indirekten Rede Wenn bei der Umsetzung von direkter Rede in indirekte Rede der Indikativ der direkten Rede beibehalten wird, ändert sich das Tempus der direkten Rede gewöhnlich nicht. Wird der Indikativ der direkten Rede jedoch nicht beibehalten, müssen die indikativischen Tempora in die entsprechenden konjunktivischen umgewandelt (transformiert) werden.

Zur Modusumwandlung der indirekten Rede Der Normalmodus der indirekten Rede ist der Konjunktiv.

Konjunktiv I  Wenn der Sprecher/Schreiber sich für den Konjunktiv in der indirekten Rede entscheidet, dann wählt er normalerweise den Konjunktiv I:


Konjunktiv II
fungiert vor allem als Ersatz für solche Konjunktiv-I-Formen, die sich wegen des Formenzusammenfalls nicht von den entsprechen­den Indikativformen unterscheiden. Die 2. Pers. Plur. von sein (ihr seiet) gern durch die entsprechende Konjunktiv-II-Form (ihr wäret) ersetzt wird, obwohl sich hier Konjunktiv 1 und II deutlich unterscheiden.

würde + Infinitiv Ersatzform, in der Umgangssprache in der indirekten Rede verwendet

1) Die würde-Form dient als Ersatz für ungebräuchliche und nicht eindeutige Formen. Ungebräuchlich, weil als gehoben oder als geziert empfunden, sind vor allem viele Konjunktiv II-Formen mit Umlaut, also etwa beföhle/befähle, barste, drösche/dräsche, flöchte, göre, genösse, höbe/hübe, kröche, lüde, mölke, mäße, ränge, schölle, schräke, sänne/sonne, sprösse, stäche, tröffe, ver­dürbe, wränge.

Als nicht gehoben oder geziert werden offenbar nur die drei Formen: fände(n), käme(n) und bekäme(n) empfunden.

2)Aus Gründen des Wohlklangs wird der Konjunktiv Futur des Vollverbs werden (werden werde) und der Konjunktiv Futur Passiv (gelobt werden werde) durch den entsprechenden würde -Konjunktiv ersetzt: Er glaubte, dass dieser Schritt ohnehin unvermeidlich werden würde (statt: unvermeid­lich werden werde).

3) Die würde-Form konkurriert häufig mit dem Konjunktiv Futur aus werden +Infinitiv, besonders dann, wenn das redeeinleitende Verb im Präteritum

(Perfekt, Plusquamperfekt) steht und das in der indirekten Rede Berichtete auf

ein Geschehen in der Zukunft zielt

4) Die würde-Form wird in der erlebten Rede häufig an Stelle des Indikativs/Konjunktivs Präteritum gesetzt. Morgen ging er ins Theater. Er würde sich „Die Nashörner“ ansehen.

5)In den konjunktivischen Bedingungsgefügen konkurriert die würde-Form mit dem Konjunktiv II

INDIREKTE REDE

Umsetzung des Aussagesatzes

1)Der Inhalt des Aussagesatzes erscheint als Nebensatz- entweder eingeleitet durch dass oder uneingeleitet mit Finitum in Zweitstellung

2)Gegebenfalls werden Personenbezeichnungen und Raum- und Zeitangaben entsprechend dem Blickwinkel des berichtenden Sprechers/Schreibers geändert

3) Gegebenfalls ändert sich das Tempus des Finitums

4)an Stelle eines Indikativs wird der Konjunktiv eingesetzt

Umsetzung des Fragesatzes- Während Satz- und Entscheidungsfragen mit der Konjunktion ob an der übergeordneten Satz angeschlossen werden, übernehmen diese Funktion bei den Wort- oder Ergänzungsfragen deren Einleitewörter (Fragepronomen und -adverbien) in beiden Fällen steht das Finitum am Satzende.

Umsetzung des Aufforderungs- und Wunschsatzes die Modalverben sollen (Befehl, barsche Aufforderung), mögen(freundliche Bitte) und müssen werden herangezogen, auch Gefüge aus haben/sein +Infinitiv. Im Allgemeinen wird ohne dass angeschlossen.

Zur Modusumwandlung in indirekter Rede. Normalmodus: Konjunktiv. Der Indikativ steht bei indirekter Rede mit „dass“ vor allem dann, wenn diese etwas Allgemeingültiges wiedergibt, was auch zum Zeitpunkt der Berichterstattung wahr ist. Der Chemiker betonte, dass diese Verbindung toxisch ist. Der Indikativ steht allgemein der übergeordnete Satz die Stellung des Sprechenden zum Ausgesagten wiedergibt. Es liegt dann eigentlich gar keine indirekte Rede vor; entsprechend ist die Umformung in direkte Rede nicht möglich: Ich glaube, dieses Problem lässt sich lösen.

Zur Tempusumwandlung in indirekter Rede a)Wenn der Indikativ beibehalten wird, ändert sich in der Regel auch das Tempus der indirekten Rede nicht. Ich hatte ihr zu verstehen gegeben, dass Schluss ist. Ausgeschlossen ist die Tempusumwandlung bei Zusagen und Versprechungen Sie versprach, dass sie uns begleiten wird. b)Wenn der Indikator nicht beibehalten wird, sind die folgenden Entsprechungen zwischen den indikativischen und den konjunktivischen Formen zu beachten:

Indikativ

Konjunktiv I

Konjunktiv II

Präsens

Präsens

Präteritum

Präteritum

Perfekt

Plusquamp

Perfekt

Plusquamp/

Futur II

Futur I

Futur I

Futur I

Futur II

Futur II

Futur II

 

Zur Wahl zwischen Konjunktiv I und II

1)Wenn eindeutige Formen des Konjunktivs I zur Verfügung stehen, sind sie gegenüber Formen des Konjunktivs II vorzuziehen. Als eindeutig gelten alle Konjunktivformen, die äußerlich von Indikativ unterscheiden: a) alle Formen des Verbs sein b) die Singularformen wollen, sollen, müssen, dürfen, mögen, wissen c) die 3. Person Sing der übrigen Verben mit der Endung –e

2)Wenn sich die Formen des Konjunktivs I nicht von d